
Im ersten Heimspiel der neuen Drittliga-Saison 2026/2027 empfängt Rot-Weiss Essen an diesem Samstag (15. August) ab 14 Uhr den TSV Havelse. Die Gäste aus Niedersachsen waren sportlich eigentlich abgestiegen, profitierten dann aber vom Zwangsabstieg des TSV 1860 München und durften deshalb in der 3. Liga bleiben. Nach der Auftaktniederlage beim 1. FC Saarbrücken (2:5) gilt es für die Mannschaft von RWE-Trainer Uwe Koschinat, gegen Havelse die ersten drei Punkte der neuen Spielzeit einzufahren. Vor dem Duell stellte sich Uwe Koschinat wie immer ausführlich den Fragen der Redaktion der „kurzen fuffzehn“.
Hallo Uwe! Nach dem Saarbrücken-Spiel hast Du davon gesprochen, dass die richtigen Schlüsse aus dieser Partie gezogen werden müssen. Welche sind das?
Grundsätzlich gibt es gerade zu Beginn einer Saison in sämtlichen Bereichen Verbesserungspotenzial. Auf das Spiel in Saarbrücken bezogen, gehören unter anderem die Abläufe bei Standardsituationen dazu, die uns maßgeblich auf die Verliererstraße gebracht haben. Ein Schlüssel muss auch sein, bei der Intensität einiges draufzupacken, um in dieser Liga erfolgreich sein zu können. Wir hatten in Saarbrücken einen sehr guten Einstieg ins Spiel gefunden, eine bessere Ausgangslage als eine 2:0-Führung kann es kaum geben. Deshalb war es super ärgerlich, wie wir das Spiel aus den Händen gegeben haben.
Es stand ein sehr junges RWE-Team auf dem Platz. Müssen da Fehler einkalkuliert werden?
Bei der Kaderzusammenstellung haben wir uns sehr bewusst für diese jungen Spieler entschieden, die allesamt über sehr großes Potenzial verfügen. Wir alle sind von diesen Spielern überzeugt, aber es ist auch klar, dass einige in die für sie vorgesehenen Rollen erst hineinwachsen müssen. Wir haben ein unglaublich spannendes Team zusammen, das seinen Weg gehen wird. Davon bin ich überzeugt. Alle müssen jedoch schnell lernen, worauf es in der 3. Liga vor allem ankommt.
Im ersten Heimspiel der neuen Saison stellt sich der TSV Havelse an der Hafenstraße vor, der sportlich eigentlich abgestiegen war. Wie ist der Gegner einzuschätzen?
Während der zurückliegenden Spielzeit war der TSV schon früh abgeschrieben, hat aber schon eine sehr stabile Rückserie gespielt. Ein Aufwärtstrend war deutlich erkennbar, auch wenn es am Ende nicht mehr für den Klassenverbleib gereicht hat. Als sich dann die Entscheidung in Sachen 1860 München abzeichnete, hat der Verein sofort wieder in den Drittliga-Modus umgeschaltet und für die neue Saison deutlich mehr drittliga-erfahrene Spieler verpflichtet. Im ersten Saisonspiel lag die Mannschaft beim 2:3 gegen den VfB Stuttgart II zweimal in Führung, war also nah dran zu punkten.
Welche Stärken zeichnen die Gäste aus?
Der TSV Havelse setzt auf ein sehr gutes Umschaltspiel, agiert dann mit viel Schwung nach vorne. Da müssen wir sehr wachsam sein.
Wie geht Ihr die Aufgabe an?
Wir gehen unser erstes Heimspiel der neuen Saison sehr hoffnungsfroh an und werden alles tun, um die drei Punkte an der Hafenstraße zu behalten. Mit unserer Leistung und Einstellung wollen wir die Fans sofort mitnehmen. Jeder weiß, wie schnell dann aus Frust wieder Begeisterung werden kann. Das ist unsere Aufgabe.
Könnte ein Rückschluss aus dem Saarbrücken-Spiel sein, dass es erhebliche Veränderungen in der Startformation geben muss? Oder ist es auch eine Option, ganz bewusst denselben Spielern erneut das Vertrauen zu geben?
Beides ist möglich, wobei die letzten Trainingseindrücke sicherlich eine wichtige Rolle spielen werden. Zum einen haben wir die Aufstellung in Saarbrücken nach dem Verlauf der Vorbereitung ganz bewusst gewählt. Auf der anderen Seite ist aber auch klar, dass die Formation nach den Eindrücken des ersten Spiels nicht in Stein gemeißelt sein kann. Hinzu kommt, dass Max Geschwill in der Schlussphase zumindest eine leichte Gehirnerschütterung erlitten hatte und wir abwarten müssen, ob er zu 100 Prozent fit ist. Klar ist: Jeder Spieler hat die Chance, sich durch gute Leistungen im Training anzubieten. Wir haben daher in dieser Woche im Training sehr genau hingesehen.