Allerspätestens an diesem Wochenende beginnt für Rot-Weiss Essen und Greuther Fürth ein neues Kapitel. Beide Relegations-Teilnehmer aus der Vorsaison starten in die neue Spielzeit. Bevor RWE am Sonntagnachmittag (16.30 Uhr, hier geht es zum Liveticker) den Drittliga-Auftakt beim 1. FC Saarbrücken feiert, begann für Fürth die 2. Bundesliga mit einem Auswärtsspiel beim FC St. Pauli.
Teile der Fürther Fans haben aber noch nicht mit der Relegation abgeschlossen. Das wurde am Rande des 1:1-Remis der Franken in Hamburg am Sonntag deutlich. Im Gästeblock rollten sie ein dreizeiliges Banner mit unmissverständlicher Botschaft aus. „Eigentlich müsste RWE heute hier spielen. Trotz eigenem Vorteil. Relegation abschaffen!“
Die Fürther Fans solidarisierten sich also mit den Essenern und übten klare Kritik am Relegations-Modus. Dieser ist bei aktiven Fanszenen deutscher Klubs generell unbeliebt. Sportliche Ungerechtigkeit oder Profitgier der Verantwortlichen sind unter anderem Kritikpunkte, die sie ins Feld führen. Zur Saison 2008/09 wurden die Relegationsspiele im deutschen Fußball wieder eingeführt. Zuvor stiegen die Teams auf den letzten drei Plätzen der Bundesliga und der zweiten Liga ab – und die drei bestplatzierten Mannschaften auf.
Fürth hatte in der Endphase der vergangenen Saison den direkten Abstieg aus der 2. Bundesliga abgewendet und war als Tabellensechzehnter in die Relegation eingezogen. Rot-Weiss Essen war als drittplatzierter Drittligist dabei. Aus Sicht des Revierklubs nahmen die Entscheidungsspiele einen dramatischen Lauf. Nach einem umjubelten 1:0-Heimsieg im Hinspiel verspielte RWE die gute Ausgangsposition und unterlag im Rückspiel mit 0:2.
Damit waren die Aufstiegsträume der Essener endgültig geplatzt, während Fürth dem Abstieg noch einmal von der Schippe sprang. Den hätte die aktive Fanszene der Spielvereinigung aber wohl in Kauf genommen, wie das Spruchband beim Auswärtsspiel bei St. Pauli zeigt.