Am Wochenende rollt in der 3. Liga endlich wieder der Ball. Eine Sache ist vorher schon klar: Mit der Veröffentlichung des Spielplans steht für die Fans der 20 Drittligisten nicht nur fest, wann und gegen wen ihre Mannschaften antreten. Gleichzeitig lässt sich auch berechnen, welche Anhängerschaft in der Saison 2026/27 die meisten Kilometer auf Deutschlands Straßen zurücklegen muss. Das Ergebnis: Insgesamt summieren sich die einfachen Auswärtsfahrten aller Vereine auf 124.838 Kilometer – die Rückreisen noch gar nicht mitgerechnet.
Den Titel des Reisemeisters sichert sich dabei mit großem Abstand Hansa Rostock. Die Ostseestädter kommen auf stolze 11.961 Kilometer und müssen damit deutlich weitere Strecken zurücklegen als alle anderen Klubs der Liga. Dahinter folgen Jahn Regensburg mit 8549 Kilometern sowie der FC Ingolstadt mit 8389 Kilometern. Vor allem die geografische Lage dieser Vereine sorgt dafür, dass nahezu jede Auswärtsfahrt mit einer langen Anreise verbunden ist.
Rot-Weiss Essen befindet sich dagegen im deutlich entspannteren Teil des Rankings. Mit insgesamt 5044 Kilometern belegt der Traditionsverein Rang 15 und zählt damit zu den Mannschaften mit den kürzesten Reisewegen der Liga. Verantwortlich dafür ist vor allem die hohe Dichte an NRW-Duellen.
Mit dem MSV Duisburg, Fortuna Düsseldorf, Viktoria Köln, Fortuna Köln, Alemannia Aachen und Preußen Münster warten gleich mehrere Auswärtsspiele, die für die Essener Fans ohne stundenlange Autobahnfahrten erreichbar sind. Auch die Gastspiele in Verl oder Osnabrück gehören noch zu den vergleichsweise kurzen Touren.
Nur fünf Vereine müssen in dieser Saison noch weniger Kilometer absolvieren. Die kürzesten Wege haben die West-Vereine Viktoria Köln (4682 Kilometer), Fortuna Köln (4721 Kilometer) und der MSV Duisburg (4998 Kilometer). Gerade die beiden Kölner Vereine profitieren von ihrer zentralen Lage sowie zahlreichen Gegnern im Westen Deutschlands. Allein acht Drittligavereine kommen aus dem einwohnerstärksten Bundesland Deutschlands.
Ganz ohne lange Touren kommt allerdings auch Rot-Weiss Essen nicht aus. Auswärtsspiele bei Hansa Rostock, Jahn Regensburg, dem FC Ingolstadt oder dem SV Meppen bedeuten für die Anhänger lange Tage im Auto, dem Zug oder Reisebus. Gerade die Partie an der Ostsee dürfte erneut zu den aufwendigsten Fahrten der Saison zählen. Dennoch fallen diese wenigen Langstrecken im Gesamtvergleich kaum ins Gewicht.
Für die Essener Fans ist das Ranking deshalb durchaus erfreulich. Während andere Anhänger regelmäßig quer durch die Republik reisen müssen, bleibt der Aufwand für die rot-weiße Fangemeinde insgesamt überschaubar. Gleichzeitig dürften die vielen attraktiven West-Duelle erneut für starke Auswärtskulissen sorgen. Schon in den vergangenen Jahren gehörte RWE regelmäßig zu den Vereinen mit der größten Unterstützung in fremden Stadien – daran dürfte sich auch in der neuen Saison wenig ändern.