Nach der 1:2-Heimniederlage gegen den 1. FC Saarbrücken ist bei Rot-Weiss Essen Alarmstufe Rot. Die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat hat die zweite Niederlage in Folge kassiert, den direkten Aufstiegsplatz an Energie Cottbus verloren und steht nun mit dem Rücken zur Wand. Die WAZ-Redaktion hat in ihrem Podcast „Vonne Hafenstraße“ die Partie haargenau seziert – mit dem RWE-Reporter Martin Herms, Moderatorin Katrin Böcker und einem besonderen Gast: Luca Dücre, Vorsitzender des Sportausschusses der Stadt Essen (CDU). Das Fazit der 34-minütigen Runde: Noch ist nichts verloren, aber die Fehler wiederholen sich auf fatale Weise.
Kaum war die Aufstellung durchgesagt, schien alles nach Plan zu laufen. In der 7. Minute erzielte RWE nach einer hohen Balleroberung das 1:0 – ein Traumstart. Doch was dann kam, sorgte bei den 5794 Zuschauern (laut Video-Statistik) für Frustration.
Über 30 bis 35 Minuten passierte im RWE-Spiel nach vorne gar nichts mehr. Statt nachzusetzen, ließ man den Gast aus Saarbrücken, der zuvor sieglos war, ins Spiel kommen. Ein altbekanntes Muster, wie Herms betont: „Gute Mannschaften schaffen es, dem Gegner 10, 15 Minuten die Initiative zu überlassen. Aber dafür verteidigt RWE einfach auf einem nicht ansprechenden Niveau.“
Das bittere 1:1 fiel nach einer „luftigen“ Abwehraktion, das 1:2 kurz vor der Pause. Den Tiefpunkt markierte ein fahrlässiger Ballverlust von Dixen Abiama, gefolgt von einem defensiven Fehler von Jannick Hofmann, der an diesem Tag völlig überfordert wirkte. Herms wird deutlich:
Luca Dücre, der selbst auf der Tribüne saß, ergänzt: „Nach dem 1:0 dachte ich: Okay, wir haben die Vorwoche gut überstanden. Aber die Führung gab keine Sicherheit. Man traute sich nicht, das zweite Tor zu machen.“
In der zweiten Halbzeit war RWE bemüht, das Blatt zu wenden. Die beste Chance hatte Jakub Potchnik, der nach seiner Einwechslung (75. Minute) zweimal gefährlich wurde – einmal hielt der Saarbrücker Keeper überragend, einmal knallte der Ball an den Innenpfosten.
Doch der Ball wollte nicht rein – das fehlende Spielglück an diesem Tag. Herms relativiert jedoch: „Das Glück spielte erst in der zweiten Halbzeit eine Rolle. Was man beeinflussen konnte, war die eigene Leistung in der ersten Hälfte. Und die war indiskutabel.“
Ein großes Thema im Talk waren die Wechsel von Trainer Uwe Koschinat. Besonders die Einwechslung von Ramin Safi stieß auf Unverständnis.
Marvin Obus dagegen, der später kam, brachte Schwung und zeigte eine ordentliche Leistung. Potchnik aber kam viel zu spät (75. Minute), obwohl Saarbrücken in der zweiten Halbzeit keinen einzigen gefährlichen Konter mehr setzte. Herms’ Urteil:
Ein heikles Kapitel: In der Schlussphase gab es zwei Szenen mit möglichem Handspiel im Saarbrücker Strafraum. Weder der Schiedsrichter noch der (nicht vorhandene?) Videobeweis griffen ein. Herms räumt ein: „Ich habe es von der Tribüne nicht klar gesehen, und Magenta zeigte keine klare Zeitlupe. Mein erster Gedanke: zu wenig, kurze Distanz.“
Dennoch fällt auf: RWE hält sich systematisch zurück mit öffentlicher Schiedsrichter-Kritik – im Gegensatz zu Konkurrenten wie Cottbus’ Trainer Pele Wollitz oder Dietmar Hirsch vom MSV Duisburg, die fast wöchentlich Druck aufbauen.
Luca Dücre pflichtet bei: „Sympathisch, dass RWE nicht dauernd meckert. Aber wenn man zwei mögliche Handelfmeter in einem solchen Spiel hat und keinen bekommt – das kann den Ausschlag geben.“
Eine Randnotiz, die für Gesprächsstoff sorgte: RWE-Stadionsprecher Christian Rutenbeck (bekannt für seine pointierte Art) bezeichnete die Saarbrücker Fans vor dem Spiel als „Möchtegern-Franzosen“ – eine Anspielung auf das Saarland und dessen Nähe zu Frankreich.
Der Gast der Sendung, Luca Dücre, lieferte exklusive Einblicke in die stockenden Verhandlungen zwischen der städtischen Stadionbetreiber-GVE und Rot-Weiss Essen.
Aktueller Stand: Die Verhandlungen über eine neue Stadionpacht ziehen sich seit Monaten hin. Bei einem Aufstieg in die 2. Bundesliga würde die Pacht „signifikant“ steigen – das ist für beide Seiten ein finanzielles Thema. Dücre betont jedoch:
Zweites Problem: Das Funktionsgebäude an der Säumnstraße (Nachwuchsleistungszentrum) fehlt weiterhin. Während die Plätze fertig sind, wartet man auf ein Warmgebäude, das den Bundesliga-Anforderungen genügt.
Trotz der zwei Niederlagen in Folge (zuvor in Cottbus, nun gegen Saarbrücken) geben sich alle drei Gesprächsteilnehmer kämpferisch. Die Rechnung ist einfach:
Drei Siege aus den letzten drei Spielen (gegen Stuttgart II, im Ferl? und in Ulm) würden den direkten Aufstieg bedeuten. Herms’ Einschätzung:
Gleichzeitig warnt er: „Aber du musst sie erstmal gewinnen. Stuttgart II war im Hinspiel sehr schwer, und Ulm ist als Absteiger? gefährlich. Und wenn du in Stuttgart nicht gewinnst, dann kippt die Stimmung – dafür kennen wir RWE zu gut.“
Die Mannschaft sei nun in der Rolle des Jägers, nicht mehr des Gejagten. Ob das ein Vorteil ist? Koschinat hatte auf der Pressekonferenz „Nein“ gesagt. Die Talkrunde sieht das neutral.
Ein wichtiger Satz am Ende von Herms:
Die WAZ-Podcast-Folge liefert eine schonungslose, aber faire Analyse einer Spieltagspleite, die wehtut. Sie zeigt die immer gleichen Defizite auf (mangelnde Konstanz in der Defensive, mentale Schwächen nach Führungen) und gibt den Fans dennoch Hoffnung – denn die Tabelle ist eng, die Konkurrenz hat ebenfalls schwere Spiele.
Besonders wertvoll ist das Update zur Stadionfrage, das man sonst nicht so kompakt bekommt. Dass ein CDU-Politiker hier offen über die schwierigen Verhandlungen spricht, ist ein Pluspunkt für die Transparenz.
Das letzte Wort gehört Martin Herms:
Podcast-Folge „Vonne Hafenstraße – Inside RWE“ vom 27. April 2026. Verfügbar auf YouTube (5794 Aufrufe, 262 Likes) sowie über alle gängigen Podcast-Plattformen. Nächste Folge erscheint am Montag nach dem Spiel gegen Stuttgart II.
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https://xszene.de/artikel/vonne-haf...nerven-fehler-und-die-frage-nach-dem-aufstieg
1. Das Spiel: Frühe Führung, spätes Elend
Kaum war die Aufstellung durchgesagt, schien alles nach Plan zu laufen. In der 7. Minute erzielte RWE nach einer hohen Balleroberung das 1:0 – ein Traumstart. Doch was dann kam, sorgte bei den 5794 Zuschauern (laut Video-Statistik) für Frustration.
Über 30 bis 35 Minuten passierte im RWE-Spiel nach vorne gar nichts mehr. Statt nachzusetzen, ließ man den Gast aus Saarbrücken, der zuvor sieglos war, ins Spiel kommen. Ein altbekanntes Muster, wie Herms betont: „Gute Mannschaften schaffen es, dem Gegner 10, 15 Minuten die Initiative zu überlassen. Aber dafür verteidigt RWE einfach auf einem nicht ansprechenden Niveau.“
Das bittere 1:1 fiel nach einer „luftigen“ Abwehraktion, das 1:2 kurz vor der Pause. Den Tiefpunkt markierte ein fahrlässiger Ballverlust von Dixen Abiama, gefolgt von einem defensiven Fehler von Jannick Hofmann, der an diesem Tag völlig überfordert wirkte. Herms wird deutlich:
Luca Dücre, der selbst auf der Tribüne saß, ergänzt: „Nach dem 1:0 dachte ich: Okay, wir haben die Vorwoche gut überstanden. Aber die Führung gab keine Sicherheit. Man traute sich nicht, das zweite Tor zu machen.“
2. Die Schlüsselszene: Potchnik an den Innenpfosten
In der zweiten Halbzeit war RWE bemüht, das Blatt zu wenden. Die beste Chance hatte Jakub Potchnik, der nach seiner Einwechslung (75. Minute) zweimal gefährlich wurde – einmal hielt der Saarbrücker Keeper überragend, einmal knallte der Ball an den Innenpfosten.
Doch der Ball wollte nicht rein – das fehlende Spielglück an diesem Tag. Herms relativiert jedoch: „Das Glück spielte erst in der zweiten Halbzeit eine Rolle. Was man beeinflussen konnte, war die eigene Leistung in der ersten Hälfte. Und die war indiskutabel.“
3. Die Kritik an den Einwechslungen: Safi wirkungslos, Potchnik zu spät
Ein großes Thema im Talk waren die Wechsel von Trainer Uwe Koschinat. Besonders die Einwechslung von Ramin Safi stieß auf Unverständnis.
Marvin Obus dagegen, der später kam, brachte Schwung und zeigte eine ordentliche Leistung. Potchnik aber kam viel zu spät (75. Minute), obwohl Saarbrücken in der zweiten Halbzeit keinen einzigen gefährlichen Konter mehr setzte. Herms’ Urteil:
4. Die Schiedsrichter-Debatte: Zwei Handelfmeter nicht gegeben?
Ein heikles Kapitel: In der Schlussphase gab es zwei Szenen mit möglichem Handspiel im Saarbrücker Strafraum. Weder der Schiedsrichter noch der (nicht vorhandene?) Videobeweis griffen ein. Herms räumt ein: „Ich habe es von der Tribüne nicht klar gesehen, und Magenta zeigte keine klare Zeitlupe. Mein erster Gedanke: zu wenig, kurze Distanz.“
Dennoch fällt auf: RWE hält sich systematisch zurück mit öffentlicher Schiedsrichter-Kritik – im Gegensatz zu Konkurrenten wie Cottbus’ Trainer Pele Wollitz oder Dietmar Hirsch vom MSV Duisburg, die fast wöchentlich Druck aufbauen.
Luca Dücre pflichtet bei: „Sympathisch, dass RWE nicht dauernd meckert. Aber wenn man zwei mögliche Handelfmeter in einem solchen Spiel hat und keinen bekommt – das kann den Ausschlag geben.“
5. Der Stadionsprecher-Eklat: „Möchtegern-Franzosen“
Eine Randnotiz, die für Gesprächsstoff sorgte: RWE-Stadionsprecher Christian Rutenbeck (bekannt für seine pointierte Art) bezeichnete die Saarbrücker Fans vor dem Spiel als „Möchtegern-Franzosen“ – eine Anspielung auf das Saarland und dessen Nähe zu Frankreich.
6. Das politische Update: Stadionausbau & Pachtverhandlungen
Der Gast der Sendung, Luca Dücre, lieferte exklusive Einblicke in die stockenden Verhandlungen zwischen der städtischen Stadionbetreiber-GVE und Rot-Weiss Essen.
Aktueller Stand: Die Verhandlungen über eine neue Stadionpacht ziehen sich seit Monaten hin. Bei einem Aufstieg in die 2. Bundesliga würde die Pacht „signifikant“ steigen – das ist für beide Seiten ein finanzielles Thema. Dücre betont jedoch:
Zweites Problem: Das Funktionsgebäude an der Säumnstraße (Nachwuchsleistungszentrum) fehlt weiterhin. Während die Plätze fertig sind, wartet man auf ein Warmgebäude, das den Bundesliga-Anforderungen genügt.
7. Die große Frage: Steigt RWE noch auf?
Trotz der zwei Niederlagen in Folge (zuvor in Cottbus, nun gegen Saarbrücken) geben sich alle drei Gesprächsteilnehmer kämpferisch. Die Rechnung ist einfach:
Drei Siege aus den letzten drei Spielen (gegen Stuttgart II, im Ferl? und in Ulm) würden den direkten Aufstieg bedeuten. Herms’ Einschätzung:
Gleichzeitig warnt er: „Aber du musst sie erstmal gewinnen. Stuttgart II war im Hinspiel sehr schwer, und Ulm ist als Absteiger? gefährlich. Und wenn du in Stuttgart nicht gewinnst, dann kippt die Stimmung – dafür kennen wir RWE zu gut.“
Die Mannschaft sei nun in der Rolle des Jägers, nicht mehr des Gejagten. Ob das ein Vorteil ist? Koschinat hatte auf der Pressekonferenz „Nein“ gesagt. Die Talkrunde sieht das neutral.
Ein wichtiger Satz am Ende von Herms:
Fazit: Keine Panik, aber Alarmstufe Rot
Die WAZ-Podcast-Folge liefert eine schonungslose, aber faire Analyse einer Spieltagspleite, die wehtut. Sie zeigt die immer gleichen Defizite auf (mangelnde Konstanz in der Defensive, mentale Schwächen nach Führungen) und gibt den Fans dennoch Hoffnung – denn die Tabelle ist eng, die Konkurrenz hat ebenfalls schwere Spiele.
Besonders wertvoll ist das Update zur Stadionfrage, das man sonst nicht so kompakt bekommt. Dass ein CDU-Politiker hier offen über die schwierigen Verhandlungen spricht, ist ein Pluspunkt für die Transparenz.
Das letzte Wort gehört Martin Herms:
Podcast-Folge „Vonne Hafenstraße – Inside RWE“ vom 27. April 2026. Verfügbar auf YouTube (5794 Aufrufe, 262 Likes) sowie über alle gängigen Podcast-Plattformen. Nächste Folge erscheint am Montag nach dem Spiel gegen Stuttgart II.
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