Uwe Koschinat: Kein Davor und kein Danach: Nur voller Fokus – Rot-Weiss Essen

RWE-Cheftrainer vor Heimabschluss gegen SC Verl im „kurze fuffzehn“-Interview..​

Uwe Koschinat: Kein Davor und kein Danach: Nur voller Fokus – Rot-Weiss Essen

Uwe Koschinat setzt den Fokus auf das Heimspiel gegen den SC Verl. (Foto: Markus Endberg)

Im letzten Heimspiel der Drittliga-Saison 2025/2026 empfängt Rot-Weiss Essen an diesem Samstag ab 14 Uhr mit dem SC Verl einen direkten Konkurrenten im Rennen um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Nach drei Niederlagen in Folge gilt es für das Team von RWE-Trainer Uwe Koschinat, die Trendwende zu schaffen und die Chance zu wahren, um das große Ziel im Endspurt noch zu erreichen. Vor ausverkauftem Haus sollen gegen die spielstarken Ostwestfalen die drei Punkte an der Hafenstraße bleiben. Vor dem Duell stellte sich Uwe Koschinat wie immer ausführlich den Fragen der Redaktion der „kurzen fuffzehn“.

Hallo Uwe! Das letzte Heimspiel der Saison steht unmittelbar bevor. Mit dem SC Verl stellt sich der Tabellenfünfte an der Hafenstraße vor. Wie hast Du das Team auf die Partie eingestimmt?

Nach den jüngsten Ergebnissen war es sehr wichtig, den Blick so schnell wie möglich wieder nach vorne zu richten und sich ausschließlich auf unsere Aufgabe gegen den SC Verl zu konzentrieren. In dieser Woche gab es für uns kein Davor und kein Danach. Wir benötigen den vollen Fokus, um gegen einen starken Gegner die richtige Idee zu entwickeln, die größtmögliche Energie auf den Platz zu bringen und eine Top-Leistung abzuliefern.

Gab es eine besondere Vorbereitung?
Wir haben uns natürlich viele Gedanken gemacht, wollten aber nicht allzu sehr in unsere gewohnten Abläufe eingreifen. Schließlich haben die sich über sehr weite Strecken der Saison absolut bewährt. Daher haben wir uns alle gemeinsam nur entschieden, das Team dadurch ein wenig abzuschotten, indem wir ausschließlich nicht-öffentliche Trainingseinheiten absolviert haben. Das sollte dafür sorgen, dass sich die Spieler optimal vorbereiten, wir aber auch im taktischen Bereich komplett unbeobachtet arbeiten konnten.

Zwei Spieltage vor dem Saisonende belegt RWE Platz vier, ist jeweils nur zwei Punkte von einem direkten Aufstiegsplatz und vom Relegationsrang entfernt. Daher ist noch alles möglich!
Das stimmt. Dennoch neige ich nicht dazu, die Situation schönzureden. Wir standen nach unseren sieben Siegen auf Platz zwei, hatten bis vor einer Woche als Tabellendritter ebenfalls noch alles in der eigenen Hand. Dass wir diese gute Ausgangsposition aus der Hand gegeben haben, tut weh und war auch enttäuschend. Es ist Fakt, dass wir jetzt auch auf andere angewiesen sind. Aber wie gesagt: Erst einmal geht es für uns nur darum, das Heimspiel gegen den SC Verl zu gewinnen. Alles andere zählt erst einmal nicht.

Der SC Verl liegt drei Punkte hinter RWE auf Rang fünf, ist also fünf Zähler von einem Aufstiegsplatz entfernt. Haben die Gäste aus Deiner Sicht noch eine kleine Chance?
Nach eigenen Aussagen waren die Verler schon mehrfach aus dem Rennen. Sie sind aber immer wieder aufgestanden und haben zuletzt mit dem 4:0 gegen den TSV Havelse wieder Schwung aufgenommen. Unabhängig vom Ausgang der letzten beiden Partien spielt der SC Verl eine starke Saison und wird alles tun, um bei uns zu gewinnen. Auch beim Tabellenführer VfL Osnabrück haben sie nur deshalb in der Nachspielzeit noch verloren, weil sie alles riskiert haben, um das Spiel für sich zu entscheiden. Von daher gehe ich davon aus, dass sie auch an der Hafenstraße mutig auftreten und voll attackieren werden.

Beim 0:0 im Hinspiel gelang es RWE ausgezeichnet, die beste Offensive der Liga mit einer starken Defensivleistung zu stoppen. Kann das erneut der Schlüssel sein?
Fakt ist, dass unsere Verteidigungsmentalität im ersten Duell die Note 1 verdient hatte. Dazu hatten wir in der Endphase der Partie sogar noch die große Chance, das Spiel komplett auf unsere Seite zu ziehen. Wir haben also schon gezeigt, wie es gehen kann.

Die Spielweise des SC Verl gilt in der Liga als außergewöhnlich. Wie kann man dem begegnen?
Ein wichtiger Punkt ist, dass wir definitiv eine sehr hohe Laufleistung benötigen werden, um zum Erfolg zu kommen. Das wird bei der Nominierung der Anfangsformation mit Sicherheit eine Rolle spielen.

Wird im Vergleich zum Stuttgart-Spiel eine deutlich veränderte Startelf auf dem Platz stehen?
Davon ist auszugehen. Wir haben in dieser Woche beim Training genau hingeschaut, wer bereit ist, wer die nötige mentale Robustheit mitbringt und wer die Situation als Chance begreift. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass selbst Mitte der Woche noch nicht genau feststand, welche Spieler uns definitiv zur Verfügung stehen. Davon hängt sicherlich auch einiges ab.

Du sprichst die Personalsituation an. Wie ist der Stand?
Im Vergleich zum Stuttgart-Spiel wird Ramien Safi nach seiner Gelbsperre wieder dabei sein. Auch Klaus Gjasula ist wieder spielberechtigt, war allerdings zuletzt wegen seiner Verletzung am Sprunggelenk noch nicht wieder bei 100 Prozent. Gleiches gilt für Dickson Abiama wegen seiner muskulären Probleme im Oberschenkel. Dass Franci Bouébari weiterhin fehlen wird, ist ebenfalls sehr schade, den auch er hat der Mannschaft gerade im Zusammenspiel mit Lucas Brumme viel gegeben. So oder so verfügen wir jedoch über einen starken Kader und werden ein Team aufbieten, das auf jeden Fall in der Lage ist, mit der Unterstützung der Fans die drei Punkte an der Hafenstraße zu behalten.

Uwe Koschinat: Kein Davor und kein Danach: Nur voller Fokus – Rot-Weiss Essen

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