Die ARD veröffentlichte am 18. Mai in ihrem WDR-Magazin „Monitor“ den TV-Beitrag „Wie Rechte die Fußballkurven erobern“. Zu diesem nimmt Rot-Weiss Essen nun wie folgt Stellung.
Die ARD veröffentlichte am 18. Mai 2026 in ihrem WDR-Magazin „Monitor“ den 16-minütigen TV-Beitrag „Wie Rechte die Fußballkurven erobern“. Zu diesem nimmt Rot-Weiss Essen jetzt – bewusst nach dem Relegationsrückspiel in Fürth und somit nach dem sportlichen Höhepunkt und Abschluss der Spielzeit 2025/26 – wie folgt Stellung:
Rot-Weiss Essen nimmt sämtliche Hinweise auf Extremismus, Diskriminierung und menschenverachtende Tendenzen sehr ernst. Als Verein stehen wir für Vielfalt, Respekt und ein friedliches Miteinander – sowohl im Stadion als auch darüber hinaus. Entsprechend gehen wir Hinweisen konsequent nach und setzen Maßnahmen um, um problematischen Entwicklungen entgegenzuwirken.
Anders als im Beitrag dargestellt, bleibt es dabei nicht bei bloßen Bekenntnissen. Wir setzen uns beispielsweise seit vielen Jahren über unsere Sozialinitiative ESSENER CHANCEN e.V. oder das AWO-Fanprojekt aktiv für Antidiskriminierung ein. Diskriminierung ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und wir sehen die große Verantwortung, die wir hier als Traditionsverein in Essen und im Ruhrgebiet haben.
Zudem haben wir mit der Gründung des Arbeitskreises „Fanbelange und Sicherheit“ Anfang des Jahres ein Format geschaffen, das alle relevanten Akteure regelmäßig an einen Tisch bringt. Polizei, Feuerwehr, Stadt, Verein und auch Vertreterinnen und Vertreter der Fanszene arbeiten dort gemeinsam daran, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und Lösungen zu entwickeln. Der regelmäßige Austausch und die gemeinsame Verantwortung sind aus unserer Sicht ein wichtiger Baustein präventiver Arbeit.
Gleichzeitig sehen wir den ausgestrahlten Beitrag kritisch. Trotz der großen Präsenz von Rot-Weiss Essen im Bildmaterial und in der Berichterstattung entsteht aus unserer Sicht ein sehr einseitiges Bild, das an mehreren Stellen wichtige Zusammenhänge ausblendet oder Sachverhalte unzureichend einordnet.
Ein konkretes Beispiel hierfür ist das im Beitrag aufgegriffene Banner beim Freundschaftsspiel in Edinburgh mit der Aufschrift „Wie einst der Opa – mit dir durch Europa“. Diese Darstellung wurde aus unserer Sicht völlig aus dem historischen Kontext herausgelöst. Der Bezug liegt in der Geschichte des Spiels und erinnert an das Europapokalspiel vor rund 70 Jahren. Eine extremistische oder problematische Botschaft ist darin nicht erkennbar.
Zudem möchten wir die Darstellung der Zusammenarbeit mit der Redaktion einordnen. Die Anfragen erreichten uns sehr kurzfristig in einer sportlich und organisatorisch entscheidenden Saisonphase. Unabhängig davon haben wir Unterstützung angeboten, Kontakte zu unserem AWO-Fanprojekt hergestellt und deutlich signalisiert, nach Saisonende für Gespräche und eine vertiefende Auseinandersetzung zur Verfügung zu stehen.
Vor dem Hintergrund, dass die Recherchen zu diesem Beitrag nach unserer Kenntnis bereits im Jahr 2025 begonnen haben, hat uns besonders überrascht, dass der Verein erst kurz vor der Ausstrahlung kontaktiert wurde. Für ein Thema dieser gesellschaftlichen Relevanz hätten wir uns mehr Zeit für Austausch, Einordnung und eine umfassendere Berücksichtigung unserer Perspektive gewünscht. Unser Verständnis von sorgfältigem und ausgewogenem Journalismus beinhaltet, allen Beteiligten ausreichend Gelegenheit zur Darstellung ihrer Positionen zu geben.
Unabhängig von unserer Kritik bleibt für uns entscheidend: Rot-Weiss Essen wird weiterhin jeder Form von Extremismus, Diskriminierung und menschenfeindlichem Verhalten entschieden entgegentreten und Verantwortung übernehmen.
https://www.rot-weiss-essen.de/2026/05/28/stellungnahme-zum-ard-monitor-beitrag/