Rot-Weiss Essen oder die SpVgg Greuther Fürth – wer setzt sich in der Relegation durch? Vor dem Hinspiel am Freitagabend analysiert liga3-online.de die Chancen beider Teams.

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Hafenstraße: Die Entscheidung über den Aufstieg fällt am Dienstag zwar im Stadion der Kleeblätter, doch an der heimischen Hafenstraße wollen sich die Essener am Freitagabend bereits in eine gute Ausgangsposition bringen. Die Chancen, dass dieses Unterfangen von Erfolg gekrönt sein wird, stehen nicht schlecht. Schließlich ist RWE – zusammen mit dem SC Verl und Energie Cottbus – die zweitheimstärkste Mannschaft der abgelaufenen Saison hinter dem MSV Duisburg. Zudem ist das Fan-Interesse riesig, nach RWE-Angaben hätten bis zu 85.000 Karten verkauft werden können. Hinzu kommt, dass Fürth in der zurückliegenden Serie nur vier Auswärtsspiele gewinnen konnte.

Offensive: Auch wenn sich die Offensive der Fürther mit 49 Toren (nur ein Treffer weniger als Meister Schalke) ebenfalls sehen lassen kann: RWE steht bei 78 Toren und stellt damit den zweitbesten Angriff der 3. Liga. Nur Verl traf noch häufiger (82 Tore). Ligaweit gaben die Essener zudem die mit Abstand meisten Torschüsse ab (941) und erzielten zudem die meisten Standardtreffer aller Klubs (21).

Bilanz Relegation: Seit Wiedereinführung der Relegation zur Saison 2008/09 gab es bislang 17 Duelle zwischen dem Dritten der 3. Liga und dem Drittletzten der 2. Liga. Dabei setzte sich gleich zwölfmal der Drittligist durch, nur fünfmal schaffte der Zweitliga-Klub den Klassenerhalt. Das war zwar im letzten Jahr mit Eintracht Braunschweig der Fall, doch behielt mit Regensburg, Wiesbaden, Kaiserslautern und Ingolstadt viermal in Folge der Drittligist die Oberhand. Für RWE ist es die erste Teilnahme an der Relegation, Fürth dagegen war schon 2014 dabei – allerdings in der Bundesliga-Relegation, wo die Kleeblätter an der mittlerweile abgeschafften Auswärtstorregel scheiterten.



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Futkeu: Von den 49 Fürther Saisontreffer gehen allein 19 auf das Konto von Noel Futkeu, der sich damit die Torjägerkanone der 2. Bundesliga sicherte. Und das als Spieler eines Abstiegskandidaten. In den letzten fünf Saisonspielen traf Futkeu mindestens einmal. Doch damit nicht genug: Der 23-Jährige dürfte in den Relegationsspielen besonders motiviert sein, geht es doch gegen seine Heimat und seinen Ex-Klub. Von 2018 bis 2021 spielte der Angreifer für die Essener, konnte sich aber nicht durchsetzen.

Erfahrung: Während die Relegation für die Essener Spieler völliges Neuland ist, hat die Spielvereinigung mit Philip Ziereis (Regensburg 2012), Paul Will (Dresden 2022) und Jomaine Consbruch (Bielefeld 2023) immerhin drei Spieler mit entsprechender Erfahrung in ihren Reihen. Und zumindest Ziereis bestritt diese auch erfolgreich, schaffte er mit dem Jahn im Duell gegen den Karlsruher SC – dank der Auswärtstorregel – doch den Aufstieg.

Effizienz: 49 Tore aus 537 Torschüssen: Die SpVgg Greuther Fürth gehört zu den effizientesten Teams der 2. Liga. Nur Hannover, Karlsruhe und Aufsteiger Elversberg können eine noch bessere Chancenverwertung vorweisen. RWE hingegen liegt bei der Effizienz im Drittliga-Vergleich lediglich im Mittelfeld. Allein beim Auswärtsspiel in Ulm am vergangenen Samstag ließ die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat eine ganz Reihe von hochkarätigen Chancen liegen – und verpasste durch beinahe die Relegation. Sollte es in beiden Relegationsspielen trotz der Offensivstärke beider Klubs nicht zu einem Torfestival kommen, könnte die Effizienz womöglich den Unterschied ausmachen.

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