Team von Trainer Uwe Koschinat besiegt SpVgg Greuther Fürth im Relegationshinspiel.
RWE geht mit einer Führung in das Rückspiel. (Foto: Markus Endberg)
Rot-Weiss Essen ist nur noch einen Schritt vom Aufstieg in die 2. Bundesliga entfernt. Das Team von Trainer Uwe Koschinat gewann das Hinspiel der Relegation gegen die SpVgg Greuther Fürth 1:0 (0:0) und geht nun mit einem Vorsprung in das Rückspiel beim Tabellendrittletzten der 2. Bundesliga.
Vor 18.117 Zuschauern im Stadion an der Hafenstraße machte ein traumhafter Freistoß von Torben Müsel (62.) in einem intensiven und packenden Duell den Unterschied und ließ die RWE-Fans jubeln. In der Schlussphase war sogar noch ein deutlicherer Erfolg möglich.
Die Entscheidung über Aufstieg oder Klassenverbleib fällt im Rückspiel am kommenden Dienstag, 26. Mai (ab 20.30 Uhr, live in SAT.1 und auf Sky). Dann haben die Franken Heimrecht. Die Relegation wird im Europapokal-Modus entschieden (ohne Auswärtstorregelung). Das heißt: Ist nach 180 Minuten noch kein Sieger ermittelt, geht das Rückspiel in die Verlängerung. Fällt auch dann noch keine Entscheidung, findet ein Elfmeterschießen statt.
Rot-Weiss Essen: Golz –Hüning, Rios Alonso, Kraulich – Hofmann, Swajkowski, Müsel, Kostka – Mizuta – Safi, Cuber Potocnik
SpVgg Greuther Fürth: Prüfrock – Dehm, Elvedi, Ziereis, Itter – Will – Klaus, Srbeny, Hrgota, Ltaief – Futkeu
Koschinat vertraut auf Ulm-Startelf
RWE-Trainer Uwe Koschinat verzichtete im Vergleich zum Saisonabschluss in der Liga beim SSV Ulm 1846 Fußball (3:2) auf Veränderungen in seiner Anfangsformation. Zwar gehörte Außenbahnspieler Lucas Brumme nach überstandenem Außenbandriss im Sprunggelenk wie angekündigt wieder zum Kader. Auf der linken „Schiene“ startete jedoch erneut Michael Kostka.
Vor Torhüter Jakob Golz verteidigte in der Abwehr damit wieder eine Dreierkette mit – von rechts nach links – José Enrique Rios Alonso, Ben Hüning und Tobias Kraulich. Auf den Außenpositionen sorgten Jannik Hofmann (rechts) und Michael Kostka (links) für Schwung, im zentralen Mittelfeld übernahm Gianluca Swajkowski die defensive Sechserrolle, Kaito Mizuta und Torben Müsel spielten auf den offensiveren Achterpositionen. Sie unterstützten die beiden Angreifer Ramien Safi und Jaka Cuber Potocnik.
Weiterhin passen mussten Linksverteidiger Franci Bouébari (Aufbautraining nach Muskelverletzung) und Mittelfeld-Routinier Klaus Gsasula (Sprunggelenk-Verletzung). Bei den Gästen lief mit Zweitliga-Torschützenkönig Noel Futkeu ein gebürtiger Essener und ehemaliger RWE-Spieler von Beginn an im Sturm auf.
Atemberaubende Atmosphäre
Die RWE-Fans, von denen rund 5.000 schon Stunden vor dem Spiel unterwegs waren und am Fanmarsch vom Bahnhof Altenessen zum Stadion teilgenommen hatten, sorgten von Beginn an für eine atemberaubende Atmosphäre, waren so lautstark wie schon lange nicht her, standen wie ein Mann hinter dem Team und bejubelten jede gelungene Aktion.
Von Beginn an entwickelte sich ein äußerst intensives Duell, in dem sich beide Mannschaften nichts schenkten. Die erste Torannäherung verzeichneten die Gäste durch einen Freistoß von Felix Klaus, den Jakob Golz per Faustabwehr aus der Gefahrenzone beförderte. Nach einer Viertelstunde mussten die Rot-Weissen dann erstmals tief durchatmen, als Fürths Abwehrspieler aus etwa 30 Metern abzog und per Ball von der Latte ins Spielfeld zurückprallte.
Auf der Gegenseite sorgte Kaito Mizuta für die ersten beiden Abschlüsse der Rot-Weissen. Sein Freistoß aus etwa 22 Metern flog knapp am Fürther Tor vorbei, weil der aufgerückte Ben Hüning die Kugel nur knapp verpasste. Wenig später hatte Kaito Mizuta bei seinem Direktschuss keine Ballkontrolle, so dass er das Tor deutlich verfehlte. Kurz vor der Pause versuchte es Gianluca Swajkowski aus der Distanz, setzte seinen wuchtigen Schuss aber zu hoch an. Damit blieb es bis zur Halbzeit beim 0:0.
Freistoß genau in den Winkel
Zu Beginn der zweiten Halbzeit ging es zunächst unverändert weiter, die Rot-Weissen spielten nun in Richtung Westtribüne. Zuerst eingreifen musste allerdings erneut Jakob Golz, als Branimir Hrgota ansatzlos von der Strafraumgrenze abzog. Essens Nummer eins packte jedoch eine Glanzparade aus. Wenig später zischte den Abschluss von Jannik Dehm knapp am Essener Kasten vorbei.
Nachdem beide Fanlager wegen eines medizinischen Notfalls auf der Rahntribüne zwischenzeitlich den Support eingestellt hatten, schrammte Rot-Weiss zunächst noch an der Führung vorbei, als es im Stadion gerade wieder lauter wurde. Fürths Schlussmann Silas Prüfrock leistete sich einen kapitalen Fehlpass, kratzte dann aber den sofortigen Abschluss von Torben Müsel von der Torlinie. Auch der Nachschuss von Kaito Mizuta wurde in letzter Sekunde noch geklärt.
Kurz darauf bebte jedoch die Hafenstraße. Aus 20 Metern traf Torben Müsel mit einem direkt verwandelten Freistoß genau in den rechten oberen Torwinkel zum umjubelten 1:0 (62.). Ein absolutes Traumtor, das RWE in Führung brachte.
RWE schrammt knapp am 2:0 vorbei
Kurz nach dem spektakulären Treffer nahm Uwe Koschinat die ersten beiden Wechsel vor, brachte zwei frische Angreifer. Marek Janssen und der frühere Fürther Dickson Abiama kamen für Ramien Safi und Jaka Cuber Potocnik. Dickson Abiama wurde auch direkt torgefährlich, sein Schussversuch rutschte ihm aber über den Schlappen.
Weil bei einigen Spielern die Kräfte nachließen, folgten gleich darauf die nächsten beiden Auswechslungen. Ruben Reisig löste Gianluca Swajkowski im zentralen Mittelfeld ab, Lucas Brumme übernahm auf der linken Seite von Michael Kostka und gab damit sein Comeback. In der Schlussphase erarbeiteten sich die Rot-Weissen noch einige Chancen, um das Ergebnis auszubauen. Ruben Reisig köpfte nach dem ersten RWE-Eckball von Kaito Mizuta knapp drüber, Dickson Abiama scheiterte mit einem Flachschuss an Silas Prüfrock, eine Direktabnahme von Jannik Hofmann nach traumhafter Vorarbeit von Torben Müsel ging über das Tor und eine Freistoßflanke des ebenfalls noch eingewechselten Marvin Obuz (für Kaito Mizuta) fand keinen Abnehmer.
Deshalb blieb es beim Essener 1:0-Erfolg und die Rot-Weissen wurden von ihren Fans frenetisch gefeiert. Jetzt ist es nur noch ein Schritt bis zum Aufstieg in die 2. Bundesliga nach 19 Jahren
https://www.rot-weiss-essen.de/2026/05/22/muesels-traumtor-bringt-rwe-nah-an-den-aufstieg/