Klaus Gjasula: Mit Selbstbewusstsein nach vorne schauen – Rot-Weiss Essen

Erfahrener Mittelfeldspieler vor Heimspiel gegen 1. FC Saarbrücken im „kurze fuffzehn“-Interview.

Klaus Gjasula: Mit Selbstbewusstsein nach vorne schauen – Rot-Weiss Essen

Klaus Gjasula freut sich auf das Heimspiel gegen den 1.FC Saarbrücken. (Foto: Markus Endberg)

Auch im Alter von 36 Jahren ist Klaus Gjasula bei Rot-Weiss Essen eine feste Größe. Der routinierte Mittelfeldspieler gehörte in der laufenden Saison bei seinen 26 Einsätzen in der 3. Liga immer zur Startformation. Dabei bringt er die Erfahrung einer EM-Teilnahme (2024 mit Albanien), insgesamt 29 Länderspielen und mehr als 250 Einsätzen im Profifußball mit, in dem er erst im Alter von 25 Jahren angekommen war. Im Interview mit der „kurzen fuffzehn“ spricht „Gjasu“ über die Niederlage im Spitzenspiel beim FC Energie Cottbus und den bevorstehenden Endspurt im Aufstiegsrennen.

Hallo Gjasu! Hinter Euch liegt mit dem 3:5 bei Energie Cottbus ein turbulentes und abwechslungsreiches Spitzenspiel. Wie hast Du das Duell erlebt?
Klaus Gjasula:
Wir haben 65 bis 70 Minuten lang ein sehr gutes Spiel gemacht und waren das bessere Team. Dann haben sich der eine oder andere Ballverlust und zu viele kleine Fehler eingeschlichen. Mit dem Foulelfmeter zum Cottbuser Anschlusstreffer hat das Spiel eine Dynamik angenommen, die kaum noch aufzuhalten war. Die hat leider dafür gesorgt, dass die Partie nicht wie von uns gewünscht ausgegangen ist.

Was hat vielleicht gefehlt, um doch etwas Zählbares mitzunehmen?
Da gibt es nicht den einen Grund. Es haben viele kleine Dinge – wie zum Beispiel unsere Ballbehauptungen – eine Rolle gespielt. Wir hatten zuvor sogar Gelegenheiten, das 4:1 zu erzielen. Aber so ist der Fußball manchmal einfach. Wichtig ist, aus solchen Spielen zu lernen.

Wie wollt Ihr sicherstellen, dass von der Niederlage nichts hängen bleibt?
Unser Team besitzt einen guten Charakter. So viele Spiele haben wir zwar bisher nicht verloren: Auf dem Platz konnten wir aber eigentlich immer die entsprechende Antwort darauf geben. Ich bin mir sicher, dass wir auch in den übrigen Partien alles raushauen werden, was in uns steckt.

Cottbus ist eine der am weitesten entfernten Auswärtsspiele der Saison. Wie verbringst du in der Regel die Zeit im Bus?
Ich schaue meistens Serien oder auch andere Fußballspiele. Die Jungs spielen manchmal auch Karten.

Durch Deinen Einsatz im zurückliegenden Heimspiel gegen den FC Ingolstadt 04 hatte sich Dein Vertrag automatisch um ein Jahr verlängert. Denkt man da kurz zurück, was sich seit Deinem Wechsel zu RWE entwickelt hat?
Das ist meistens schwierig. Häufig bleibt dafür nicht allzu viel Zeit, weil die nächste Aufgabe schon bevorsteht. Als Fußballer hat man zu selten die Gelegenheit, Momente zu genießen. Vor dem Spiel in Cottbus hatte ich aber mit meinem Bruder Jürgen darüber gesprochen. Unabhängig davon, wie die Saison letztlich ausgehen wird, können wir stolz auf uns sein, was wir seit Januar 2025 geleistet haben. Jetzt wollen wir uns den Traum vom Aufstieg aber natürlich auch erfüllen.

Was würde es Dir bedeuten, in Deiner Karriere noch einmal 2. Bundesliga zu spielen?
Die 2. Bundesliga hat einen sehr großen Reiz. Für mich macht aber der Weg, den ich bislang mit dem Team gegangen bin, diese Chance zu etwas Besonderem. Wir haben sehr viel investiert, um vor einem Jahr den Klassenverbleib zu schaffen, und könnten das mit einem Aufstieg noch übertreffen.

Worauf wird es ankommen, um den direkten Aufstiegsplatz verteidigen zu können?
Wir müssen vor allem die Ruhe und die Nerven bewahren. Ich gehe davon aus, dass es bis zum Ende eine enge Kiste sein wird. Wir stehen immer noch auf Platz zwei. Daher haben wir auch weiterhin jeden Grund, mit Selbstbewusstsein nach vorne zu schauen.

Mit dem 1. FC Saarbrücken stellt sich nun ein Team vor, das den Klassenverbleib noch nicht sicher hat. Wie ist Dein Eindruck vom Gegner?
Anhand der Qualität im Kader spielt das Team eine Saison unter den eigenen Erwartungen. In der 3. Liga darf man aber gegen keinen Gegner den Fehler machen, auf die Tabelle zu schauen, und zu denken, es würde einfach werden. In den zurückliegenden Wochen hat der 1. FC Saarbrücken unter Beweis gestellt, dass die Mannschaft nur schwer zu besiegen ist.

Wie wollt Ihr die drei Punkte an der Hafenstraße behalten?
Viele Spiele werden von der Tagesform entschieden. Wir wollen vom ersten Moment an voll da sein. Wenn wir unser Leistungslimit erreichen und in Führung gehen, können wir gemeinsam mit den Fans und dem Stadion eine große Wucht entfachen.

Klaus Gjasula: Mit Selbstbewusstsein nach vorne schauen – Rot-Weiss Essen
Klaus Gjasula: Mit Selbstbewusstsein nach vorne schauen – Rot-Weiss Essen

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