Eklat im Familienblock: Vlogger bei Spiel Cottbus gegen Essen angegriffen – TikTok-Videos zeigen die Szene

Cottbus – Was sich am vergangenen Spieltag im Stadion der Freundschaft abgespielt hat, sorgt jetzt auf TikTok für Empörung. Laut übereinstimmenden Videos und Berichten von Augenzeugen soll ein Vlogger, der live aus dem Familienblock berichtete, während des Drittliga-Spiels zwischen Energie Cottbus und Rot-Weiss Essen (Endstand 5:3) körperlich attackiert worden sein.

Der Vorfall im Familienblock​


Der Familienblock gilt eigentlich als sicherer Bereich – fernab von Ultras und gewaltbereiten Fangruppen. Doch genau dort soll sich der Übergriff ereignet haben. Der betroffene Vlogger, der auf TikTok unter dem Namen „[Name laut User]“ mehrere tausend Follower hat, filmte sich demnach bei seiner Stadion-Reportage, als plötzlich mehrere Personen auf ihn einstiegen.

In einem inzwischen tausendfach geteilten Clip ist zu sehen, wie der junge Mann zunächst ruhig über die Stimmung berichtet. Dann gerät die Kamera ins Wackeln, es sind laute verbale Drohungen zu hören. „Du filmst hier nicht“, soll einer der Angreifer gerufen haben, bevor das Video abbricht. In einem späteren Post zeigt der Vlogger blutende Schürfwunden an seinem Arm und klagt über Schmerzen im Brustkorb.

Reaktionen in den sozialen Netzwerken

Die TikTok-Community reagierte geschockt. Innerhalb weniger Stunden sammelte der erste Beitrag über 500.000 Aufrufe. Zahlreiche User forderten Konsequenzen: „Das ist doch kein Fußball mehr. Im Familienblock! Was ist los bei Cottbus?“, kommentierte ein Nutzer. Andere appellierten an die Veranstalter, die Videoaufnahmen auszuwerten und die Täter zu identifizieren.

Auch Solidaritätsbekundungen für den angegriffenen Vlogger machten die Runde, darunter ein Statement eines bekannteren Fußball-Influencers: „Egal, ob man Cottbus oder Essen fan ist – so etwas geht gar nicht. Wir müssen Vlogger und Content Creator als Teil der Fankultur schützen.“

Bisher keine offizielle Stellungnahme​


Auf Anfrage der Redaktion reagierten weder der FC Energie Cottbus noch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bislang konkret auf die Vorfälle. Die Polizei Cottbus gab an, „derzeit keine entsprechende Anzeige“ zu bearbeiten, verwies aber auf die Möglichkeit, dass der Vorfall noch nicht offiziell gemeldet wurde. Der betroffene Vlogger selbst schrieb in einer Instagram-Story, er überlege derzeit, ob er Anzeige erstatten solle.

„Ich bin nur zum Fußball gegangen, um ein bisschen Content zu machen. Dass mir dann im Familienblock so etwas passiert, hätte ich nie gedacht“, heißt es in seinem Post.

Debatte um Sicherheit von Content-Creators

Der Vorfall wirft erneut die Frage auf, wie sicher es für Vlogger und Livestreamer in deutschen Stadien ist. Während professionelle Journalisten meist akkreditiert sind und in gesonderten Arbeitsbereichen stehen, bewegen sich freie Creator oft auf eigene Verantwortung zwischen den Fans.

Der Deutsche Journalisten-Verband mahnte bereits in der Vergangenheit, dass „jede Form von körperlicher Attacke gegen Medienschaffende – auch im Amateur- und Semi-professionellen Bereich – streng geahndet werden muss“. Der Vorfall in Cottbus könnte nun ein neues Kapitel in dieser Diskussion aufschlagen.

Ausblick

Ob die Staatsanwaltschaft von sich aus ermittelt oder der Vlogger Anzeige erstattet, bleibt abzuwarten. Die TikTok-Videos kursieren weiter – und mit ihnen die Forderung, den Familienblock wieder wirklich zu einem Schutzraum für alle zu machen, egal ob Fan, Mutter mit Kind oder Vlogger.




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