Wiedersehen mit Ex-Trainer Argirios Giannikis.
Der 1. FC Saarbrücken steht aktuell mit 38 Punkten auf Platz 16. (Foto: Markus Endberg)
Der Gegner von Rot-Weiss Essen am 35. Spieltag macht in dieser Saison Erfahrung mit der Schnelllebigkeit der 3. Liga. Nach einem zunächst sehr guten Saisonstart hat der 1. FC Saarbrücken, der sich an diesem Sonntag (26. April) ab 16.30 Uhr im Stadion an der Hafenstraße vorstellt, vier Begegnungen vor dem Saisonende den Klassenverbleib noch nicht sicher. Das Polster auf die Gefahrenzone beträgt sechs Punkte.
Noch bis zur ersten Länderspielpause im September schien der 1. FC Saarbrücken auf bestem Wege, an den dritten Platz und die Relegationsteilnahme in der zurückliegenden Saison (0:2 und 2:2 nach Verlängerung gegen Eintracht Braunschweig) anknüpfen zu können. Nach sieben Spieltagen standen 16 von 21 möglichen Zählern sowie Rang zwei hinter dem MSV Duisburg zu Buche. Zum Vergleich: Rot-Weiss Essen lag damals vier Zähler hinter dem FCS auf Rang vier.
Mit dem 1:1 beim SV Wehen Wiesbaden begann in der Hinrunde dann allerdings eine Phase von 16 (!) Spielen ohne Sieg. Kein anderer Drittligist musste in dieser Saison länger auf ein Erfolgserlebnis warten.
Nach den ersten acht vergeblichen Anläufen wurde Alois Schwartz, der in der Saison 1995/1996 als Spieler mit Rot-Weiss Essen unter Trainer Rudi Gores den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hatte, von seinen Aufgaben entbunden. Der 59-Jährige, der inzwischen in der 2. Bundesliga beim stark abstiegsbedrohten SC Preußen Münster an der Seitenlinie steht, hatte das Team erst Ende April 2025 übernommen.
Für die dann noch vier ausstehenden Partien bis zur Winterpause sprang Sportdirektor Jürgen Luginger zunächst interimsweise ein. Obwohl auch unter der Regie des 58-Jährigen zunächst noch nicht die Wende gelang (zwei Zähler aus vier Partien, darunter die 2:3-Heimniederlage im Hinspiel gegen RWE) und der 1. FC Saarbrücken das Jahr 2025 auf dem 15. Platz und damit nur knapp über der Gefahrenzone beendete, sollte Luginger eigentlich auch bis zum Saisonende für das Team in der Verantwortung stehen.
Diese Entscheidung war aber bereits nach nur vier weiteren Begegnungen hinfällig. Nachdem erneut nur zwei Zähler herausgesprungen waren, entschied sich der Aufsichtsrat des FCS, die sportliche Führung komplett neu aufzustellen. Markus Thiele wurde Mitte Februar zum Vorstand Sport bestellt. Bis November 2025 war der 44-Jährige noch Geschäftsführer beim Ligakonkurrenten SSV Ulm 1846 Fußball, den er in dieser Funktion von der Regionalliga Südwest bis in die 2. Bundesliga geführt hatte. Zuvor war Thiele unter anderem für den FC Hansa Rostock (Dezember 2017 bis Januar 2019) und viele Jahre in verschiedenen Funktionen für den VfR Aalen (2009 bis Dezember 2017) tätig.
Im Zuge der sportlichen Neuausrichtung beim 1. FC Saarbrücken wurde außerdem Argirios Giannikis als neuer Cheftrainer für Vorgänger Jürgen Luginger installiert. Der ehemalige Cheftrainer von Rot-Weiss Essen (Oktober 2017 bis April 2018), der zuvor in der 3. Liga auch schon den TSV 1860 München und ebenfalls den VfR Aalen betreut hatte, startete im Saarland mit acht Punkten aus den ersten vier Partien sehr erfolgreich. Weil in den folgenden sieben Partien (sechs Punkte) aber nur noch ein weiterer Sieg gelang, hat das Team den Klassenverbleib weiterhin nicht sicher. Bereits seit dem 21. Spieltag rangiert der
1. FC Saarbrücken ununterbrochen unmittelbar über der Gefahrenzone. Aktuell beträgt das Polster vier Runden vor dem Saisonende sechs Punkte und 18 Tore.
Ein an Sicherheit grenzender Schritt in Richtung Klassenverbleib hätte am zurückliegenden Spieltag gelingen können. Der 1. FC Saarbrücken trennte sich allerdings 0:0 von Giannikis‘ Ex-Klub TSV 1860 München. „Wir machen so viel richtig, und dann ist da irgendein abgeblockter Ball oder der Gegner rettet vor der Linie“, sagte Trainer „Agi“ Giannikis im Interview bei MagentaSport. „Es kommt gerade viel zusammen. Sonst kann ich der Mannschaft keinen großen Vorwurf machen. Wir müssen auf uns schauen. Mit dieser Leistung werden wir auch die Punkte holen, die wir benötigen.“ Text: MSPW


https://www.rot-weiss-essen.de/2026/04/24/gegner-saarbruecken/