Der SC Verl hat nach Dämpfern nur noch Außenseiterchancen auf Aufstieg – Rot-Weiss Essen

Mindestens zwei Verler Leistungsträger zieht es in 2. Bundesliga.​

Der SC Verl hat nach Dämpfern nur noch Außenseiterchancen auf Aufstieg – Rot-Weiss Essen

Der SC Verl steht aktuell mit 61 punkten auf Platz 5. (Foto: Markus Endberg)

Lange Zeit sah es in dieser Saison danach aus, als könnte das bevorstehende letzte Heimspiel von Rot-Weiss Essen gegen den SC Verl an diesem Samstag, 9. Mai, ab 14 Uhr im Endspurt der 3. Liga ein mögliches „Finale“ um einen Aufstiegsplatz werden. Die Chance, am Saisonende den zweiten oder dritten Tabellenplatz zu belegen, haben beide Teams auch nach wie vor. Allerdings haben es beide Vereine vor dem direkten Aufeinandertreffen im Stadion an der Hafenstraße als Tabellenvierter und -fünfter nicht mehr in der eigenen Hand.

Dass RWE trotz der jüngsten drei Niederlagen im Folge immer noch mit drei Punkten Vorsprung auf die Ostwestfalen in das Top-Spiel geht, hängt eng mit der letzten Englischen Woche der laufenden Spielzeit zusammen. Anfang April holte das Team von Trainer Tobias Strobl aus den Partien beim SSV Ulm 1846 Fußball (0:1), gegen den FC Hansa Rostock (1:2) und beim FC Erzgebirge Aue (1:1) nur einen Zähler. Nur der FC Ingolstadt 04 und der SV Wehen Wiesbaden waren in diesem Zeitraum komplett leer ausgegangen. Zum Vergleich: RWE holte die optimale Ausbeute von neun Punkten.

Ihre vermutlich letzte Chance, den direkten Aufstieg doch noch zu realisieren, hatten die Verler wohl vor zwei Wochen im Auswärtsspiel beim Ligaprimus VfL Osnabrück. Der Sportclub drängte in der Schlussphase beim Stand von 1:1 auf den Siegtreffer, um wieder näher an die Spitzenplätze heranzurücken. Die Osnabrücker setzten in der Nachspielzeit aber den entscheidenden Konter zum 2:1-Endstand und stehen inzwischen sogar schon vorzeitig als Meister fest.

Trotz der Rückschläge mit drei Niederlagen im April spielt der SC Verl seine beste Drittliga-Saison. Erst im zurückliegenden Jahr hatten die Ostwestfalen mit 57 Punkten ihre bislang höchste Punktzahl gesammelt und Rang sieben als beste Endplatzierung eingestellt. Nach dem zurückliegenden 4:0 gegen den TSV Havelse steht das Strobl-Team mittlerweile bei 61 Zählern.

Dabei müssen die Verantwortlichen um den ehemaligen RWE-Profi Zlatko Janjic (Sportvorstand) quasi Jahr für Jahr die Abgänge von Leistungsträgern verkraften. Schon jetzt ist bekannt, dass Mittelfeldspieler Timur Gayret den Verein verlassen wird. Der 27-Jährige schließt sich dem benachbarten SC Paderborn 07 an, der sich aktuell noch im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga befindet. Gayret war im Sommer 2024 vom damaligen Absteiger Hallescher FC nach Verl gewechselt. Bereits in seiner ersten Saison entwickelte sich der 27-Jährige zu einem Leistungsträger und sammelte insgesamt zwölf Scorerpunkte (fünf Tore, sieben Vorlagen). In der aktuellen Spielzeit ernannte Trainer Tobias Strobl den gebürtigen Berliner zum Vize-Kapitän. Mit 14 Scorerpunkten (fünf Tore, neun Assists) hat er seine Werte aus der Vorsaison übertroffen.

Seine Statistik wird Timur Gayret allerdings nicht weiter verbessern können: Bei der Partie gegen den FC Viktoria Köln (2:0) zog er sich einen Riss des vorderen Kreuzbandes zu. „Die Diagnose schockt uns alle und ihn natürlich am meisten selbst“, so Zlatko Janjic. „Neben seinen sportlichen Fähigkeiten hat er hier in den letzten zwei Jahren auch menschlich große Spuren hinterlassen. Einen solchen Abschied hat er nicht verdient. Wir werden Timur jeden Tag auf seinem Weg zurück auf den Platz maximal unterstützen. Dabei spielt es auch gar keine Rolle, dass er uns im Sommer verlässt.“

Den SC Verl in Richtung der 2. Bundesliga verlassen wird auch Fynn Otto. Der 24-jährige Innenverteidiger schließt sich dem 1. FC Nürnberg an, der schon am Ende der letzten Saison mit Fabio Gruber und Tom Baack zwei Verler Spieler verpflichtet hatte. „Bei den Leistungen, die Fynn in den letzten zwei Jahren bei uns abgeliefert hat, ist dieser Schritt absolut verdient“, so Janjic. „Er ist spielerisch, aber auch charakterlich extrem gereift. Wir haben es wieder geschafft, die Entwicklung eines talentierten Spielers deutlich zu fördern und ihn auf ein besseres Niveau zu heben. Wir wünschen ihm viel Erfolg in Nürnberg.“

Aber auch Neuzugänge für die kommende Saison stehen beim SC Verl bereits fest. Den Anfang machte Rechtsverteidiger Felix Vogler (22) aus der zweiten Mannschaft des Zweitligisten 1. FC Magdeburg. Dann statteten die Verler ihren U 23-Spieler Emmanuel Bamba (18) mit einem Vertrag für die Profimannschaft aus. Und zuletzt wurde noch Mika Clausen (23) vom als Absteiger feststehenden FC Erzgebirge Aue verpflichtet.

„Wir haben uns bereits vor seinem Wechsel nach Aue mit Mika beschäftigt und freuen uns deshalb umso mehr, dass er ab der kommenden Saison das Sportclub-Trikot tragen wird“, erklärt Sportvorstand Janjic. „Mika ist im Mittelfeld vielseitig einsetzbar und ein klassischer Box-to-Box-Spieler. Er kann den entscheidenden Pass geben, Tore erzielen, aber arbeitet auch intensiv gegen den Ball. Mit seiner Erfahrung in dem noch jungen Alter wird er ein zentraler Baustein für unser Spiel in der kommenden Saison sein.“

Der SC Verl hat nach Dämpfern nur noch Außenseiterchancen auf Aufstieg – Rot-Weiss Essen
Der SC Verl hat nach Dämpfern nur noch Außenseiterchancen auf Aufstieg – Rot-Weiss Essen

https://www.rot-weiss-essen.de/2026/05/08/platzhalter-gegner-k15/