Team von Trainer Uwe Koschinat unterliegt im Rückspiel bei SpVgg Greuther Fürth 0:2.
RWE unterliegt der SpVgg Greuther Fürth mit 0:2. (Foto: Markus Endberg)
Es sollte einfach nicht sein. Rot-Weiss Essen ist in der Relegation hauchdünn am ersehnten Aufstieg in die 2. Bundesliga vorbeigeschrammt. Das Team von Trainer Uwe Koschinat musste sich im Rückspiel bei der SpVgg Greuther Fürth 0:2 (0:1) geschlagen geben. Die Rot-Weissen lieferten den Franken einen großen Kampf, konnten aber zahlreiche hochkarätige Torchancen nicht nutzen und hatten Pech mit zwei Abseitstoren.
Vor knapp 16.126 Zuschauern im ausverkauften Sportpark Ronhof brachte Zweitliga-Torschützenkönig Noel Futkeu (29.) die Gastgeber in Führung. Kapitän Branimir Hrogota (47.) baute den Vorsprung aus. RWE hatte gleich mehrfach die Führung, den Ausgleich und vor allem in der Schlussphase den Anschlusstreffer, der für die Verlängerung gesorgt hätte, auf dem Fuß oder auf dem Kopf. Ein Tor wollte aber einfach nicht fallen.
Die fast 3.000 mitgereisten Essener Anhänger zeigten bei aller Enttäuschung die passende Reaktion und feierten das Team für eine grandiose Saison. „Die Fans waren wieder überragend. Wir haben erneut gezeigt, welche Einheit wir sind. Das werden wir mitnehmen in die kommende Spielzeit“, sagte RWE-Torhüter Jakob Golz beim TV-Sender Sky. „Wir hatten alles in der eigenen Hand, konnten leider unsere Möglichkeiten nicht nutzen.“
Trainer Uwe Koschinat meinte: „Die Mannschaft hat alles auf dem Platz gelassen und sich herausragende Möglichkeiten erarbeitet. Wir haben extrem viel investiert. Umso mehr schmerzt es, dass wir uns nicht belohnen konnten. Dennoch können alle Rot-Weissen stolz auf dieses Team und unsere Leistungen in dieser Saison sein.“
SpVgg Greuther Fürth: Prüfrock – Dehm, Elvedi, Ziereis, Itter – Will, Bansé – Klaus, Hrgota, Ltaief – Futkeu
Rot-Weiss Essen: Golz – Rios Alonso, Hüning, Kraulich – Hofmann, Swajkowski, Kostka – Müsel, Mizuta – Safi, Cuber Potocnik
Koschinat baut auf unveränderte Startelf
RWE-Trainer Uwe Koschinat verzichtete im Vergleich zum Relegationshinspiel an der Hafenstraße erneut auf Veränderungen in seiner Anfangsformation. Damit lief bereits zum dritten Mal nacheinander dieselbe Startelf auf.
Vor Torhüter Jakob Golz verteidigte in der Abwehr damit wieder eine Dreierkette mit – von rechts nach links – José Enrique Rios Alonso, Ben Hüning und Tobias Kraulich. Auf den Außenpositionen sorgten Jannik Hofmann (rechts) und Michael Kostka (links) für Schwung, im zentralen Mittelfeld übernahm Gianluca Swajkowski die defensive Sechserrolle, Kaito Mizuta und Torben Müsel spielten auf den offensiveren Achterpositionen. Sie unterstützten die beiden Angreifer Ramien Safi und Jaka Cuber Potocnik.
Weiterhin passen mussten Linksverteidiger Franci Bouébari (Aufbautraining nach Muskelverletzung) und Mittelfeld-Routinier Klaus Gsasula (Sprunggelenk-Verletzung). Bei den Gastgebern lief gegenüber dem ersten Duell Sacha Bansé für Dennis Srbeny auf.
Swajkowski hat 1:0 auf dem Fuß
Mit der Unterstützung von rund fast 3.000 RWE-Fans im Stadion im Rücken setzten die Rot-Weissen die Vorgabe von Trainer Uwe Koschinat, den Gegner möglichst vom eigenen Tor fernzuhalten, von Beginn an sehr gut um. Durchaus bezeichnend, dass der einzige Fürther Abschluss der Anfangsphase aus einem schnellen Gegenstoß resultierte. Sayfallah Ltaief zog auf der linken Seite auf, schoss aber am langen Eck vorbei.
Viel größer war wenig später die Chance für Gianluca Swajkowski, der sich hervorragend durchsetzte und plötzlich frei vor dem Fürther Kasten auftauchte. Sein Abschluss geriet jedoch zu zentral, so dass Torhüter Silas Prüfrock parieren konnte. Kurz darauf lenkte der Schlussmann der Hausherren einen Schlenzer von Torben Müsel über die Latte. Auf der Gegenseite mussten die RWE-Fans tief durchatmen, als eine Flanke von Felix Klaus auf dem Querbalken landete.
Führungstreffer gibt Fürth Auftrieb
Auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit versteckten sich die Rot-Weissen keineswegs, sondern suchen weiter ihre Chance. Bei einem vielversprechenden Konter zögerte Ramien Safi einen Augenblick zu lange, so dass sein Abschluss von Jan Elvedi noch geblockt werden konnte. Einem Treffer von Kaito Mizuta nach Zuspiel von Jaka Cuber Potocnik blieb die Anerkennung wegen einer Abseitsposition des Slowenen versagt.
Unmittelbar zuvor waren die Fürther in Führung gegangen. Nachdem Kapitän Branimir Hrgota zunächst den Ball im Strafraum behaupten konnte, kam Felix Klaus nach dem folgenden Querpass vor Jakob Golz an die Kugel und leitete den Ball weiter zu Noel Futkeu, der am schnellsten reagierte und zum 1:0 (29.) traf. Dabei hatte der Torschützenkönig der 2. Bundesliga Glück, dass der Ball vom Innenpfosten ins Netz prallte.
Der Vorsprung gab dem „Kleeblatt“ sichtlich Auftrieb. Bis zur Halbzeit stand mehrfach Jakob Golz im Blickpunkt, musste gegen Felix Klaus und Sacha Bansé eingreifen. Außerdem ging ein Heber von Gian-Luca Itter über das Tor. Der Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Robert Schröder kam für RWE zu einem durchaus günstigen Zeitpunkt.
„Kalte Dusche“ nach der Pause
Zur Pause reagierte Uwe Koschinat mit dem ersten Wechsel. Für Ramien Safi kam Dickson Abiama ins Spiel, um für zusätzlichen Schwung zu sorgen. Es folgte jedoch die „kalte Dusche“. Am rechten Strafraumeck wurde Branimir Hrgota nicht angegriffen und traf unhaltbar zum 2:0 (47.) ins lange Eck.
Nur drei Minuten später hatte Michael Kostka die große Chance zum Anschlusstreffer, nachdem ein Versuch von Dickson Abiama abgeblockt worden war. Sein Flachschuss war aber nicht hart und präzise genug, um Torhüter Silas Prüfrock ernsthaft vor Probleme zu stellen. Auf der anderen Seite hielt Jakov Golz sein Team mit starken Paraden gegen Sayfallah Ltaief, Branimir Hrogota und vor allem Noel Futkeu im Spiel.
Kein Lohn trotz bester Chancen
Nach einer Stunde stellte RWE-Trainer Uwe Koschinat in der Abwehr auf eine Viererkette um, Außenbahnspieler Lucas Brumme löste Innenverteidiger Tobias Kraulich ab. Außerdem kam Ruben Reisig im defensiven Mittelfeld für Gianluca Swajkowski. Nur wenige Minuten später herrschte erstmals Riesenjubel im Essener Block, weil Jaka Cuber Potocnik nach einer Rechtsflanke von Jannik Hofmann im Sturmzentrum zur Stelle war und den Ball ins Netz beförderte. Nach einem Eingriff des Video-Assistenten wurde der Treffer jedoch zurückgekommen, weil Jaka Cuber Potocnik im Abseits gewesen sein soll.
Für den Angreifer war es eine seiner letzten Aktionen, denn für ihn kam Marek Janssen, der schon unmittelbar nach seiner Einwechslung im Anschluss an eine Ecke von Kaito Mizuta zum Kopfball kam, das Spielgerät aber nicht auf das Tor bringen konnte. Unfassbar dann aus RWE-Sicht die Szene in der 81. Minute: Ein Kopfball von Dickson Abiama prallte an den Pfosten, den Abpraller nahm Torben Müsel am Fünfmeterraum per Flugkopfball, doch Silas Prüfrock kratzte die Kugel noch von der Linie. Kurz vor dem Ende hatte auch Kaito Mizuta noch die große Chance zum 2:1, schoss aber knapp vorbei. Bis zum Ende der zehnminütigen Nachspielzeit versuchte RWE alles, um noch die Verlängerung zu erzwingen, wurde aber nicht belohnt.
https://www.rot-weiss-essen.de/2026/05/26/alu-pech-und-abseits-rwe-schrammt-am-aufstieg-vorbei/