Rot-Weiss Essen würdigt Heinrich Schenk und sein 1925 entworfenes Wappen mit einem Sondertrikot.
Das RWE-Emblem 1925. (Foto: Archiv Schrepper)
Das Wappen von Rot-Weiss Essen ist ein zentrales Symbol des Vereins und blickt auf eine mittlerweile 100-jährige Geschichte zurück. Sein Ursprung geht auf die Mitte der 1920er Jahre zurück: Um 1925 entwarf der Grafiker Heinrich Schenk das bis heute bekannte Vereinsemblem. Das 100-jährige Jubiläum des RWE-Wappens in der aktuellen Saison 2025/2026 wollen wir nun gemeinsam feiern: Durch das neue Sondertrikot wird es bewusst in den Mittelpunkt gerückt: „Unser Wappen. Unser Stolz. 100 Jahre.“
Das Trikot schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Es erinnert an die Entstehung des Wappens durch Heinrich Schenk und zeigt die Beständigkeit des Wappens durch die unterschiedlichen Epochen des Vereins – vom Gewinn der Meisterschaft 1955 über die Insolvenz und den Absturz in Liga fünf bis heute. Zusammen mit diesem Trikot zu neuen Erfolgen.
Georg Melches und Heinrich Schenk
Die Entstehung des Wappens ist eng mit der Vereinsgeschichte von RWE verknüpft. Georg Melches, Vereinsgründer, Mäzen und Meistermacher von RWE, erkannte früh das Talent von Heinrich Schenk (1908-1975) – Arbeiterkind aus dem Essener Norden – und förderte ihn. Schenk entwarf in der Folge nicht nur das Vereinswappen, sondern prägte mit seiner gestalterischen Arbeit nachhaltig das Erscheinungsbild von RWE. Bereits 1925 erschien das Emblem offiziell in den Vereinsnachrichten und etablierte sich schnell als unverkennbares Markenzeichen.
Dass das Wappen bis heute ohne Anpassungen auskommt, spricht für das stimmige Design und das Traditionsbewusstsein von Rot-Weiss Essen. „Ein echter Glücksgriff der Fußball-Heraldik“ urteilt der renommierte Sporthistoriker Hardy Grüne in seinem Buch „FUSSBALL WAPPEN“.
Vereinslogo und Kurze Fuffzehn
Daneben gab es allerhand Grafikaufträge, die vor allem der RWE-Leidenschaft von Georg Melches entsprangen. So hatte Heinz Schenk, wie er genannt wurde, auch die Kurze Fuffzehn ins Leben gerufen und gestaltete deren Titelseite: „Es wurde auf Antrag des Sportkameraden Schenk beschlossen, eine Vereinszeitschrift einzuführen.“, heißt es im Protokoll der Vorstandssitzung vom 18. September 1951. Außerdem gestaltete er das Gäste- und spätere Stahlbuch von Rot-Weiss Essen, bei dem zwischen 1949 und 1957 fast jede Spielpaarung, ob in der Oberliga oder als internationales Freundschaftsspiel grafisch per Hand mit den Emblemen der Teams, dem Datum der Spielpaarung sowie den Originalautogramme der Spieler versehen wurde.
Bemerkenswert, dass all seine Zeichnungen mit einer von Geburt an degenerierten Hand gemacht wurden. Heinrich Schenk war nicht nur Identitätsstifter, sondern auch Vereinsmitglied und allwöchentlicher Stadionbesucher. Bei vielen wichtigen Ereignissen des Vereins, z.B. beim Endspiel um die Meisterschaft in Hannover, war der Vereinsgrafiker dabei.
Während viele Fußballvereine ihre Wappen im Laufe der Jahrzehnte mehrfach modernisierten, blieb das Emblem von Rot-Weiss Essen nahezu unangetastet. Diese Kontinuität unterstreicht die enge Verbindung zwischen dem Verein und seiner Geschichte. Und ist ein generationenübergreifendes Erkennungssymbol.
Ein Beitrag unseres ehrenamtlichen Vereinshistorikers Georg Schrepper.

https://www.rot-weiss-essen.de/2026...swappen-ein-jahrhundert-identitaet-und-stolz/