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"Dann kann man für eine Sensation sorgen": RWE heiß auf den Pokal

"Dann kann man für eine Sensation sorgen": RWE heiß auf den Pokal

Sven Grunwald 21.08.2026 18:01 Uhr

Am Sonntag will Rot-Weiss Essen nicht wie letztes Jahr nur nah an einer Pokal-Überraschung dran sein, sondern diese auch schaffen. Zumindest die Statistik des Gegners nährt diese Hoffnung, denn der FC St. Pauli hat saisonübergreifend seit zwölf Partien nicht mehr gewinnen können. RWE-Cheftrainer Uwe Koschinat will sich daran aber nicht orientieren, wie er im Mediengespräch vor dem Spiel betonte.

"Das schafft, wenn überhaupt, nur die Öffentlichkeit"

Absteiger aus der Bundesliga gegen Drittligist – und nicht Zweitliga-Aufsteiger. Doch selbst als solcher wäre für Uwe Koschinat ein Sieg in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen den FC St. Pauli eine Sensation: "Die Spanne zwischen St. Pauli und Essen wäre auch in derselben Liga größer. St. Pauli hat die klare Ambition, sofort wieder aufzusteigen." RWE müsse nun auch "erst mal in der 3. Liga wieder Fuß fassen". Nach dem 2:5 gegen den 1. FC Saarbrücken gab es zuletzt einen verdienten Arbeitssieg gegen den TSV Havelse (1:0).

Von einem Sieg träumt derweil RWEs Gegner. Seit knapp zwölf Partien warten die Kiezkicker darauf. Gegen Holstein Kiel waren sie zuletzt nah dran, verspielten allerdings eine 2:0-Führung. Dennoch glaubt Koschinat nicht, dass diese Serie in den Köpfen der Spieler oder Verantwortlichen steckt. "Das schafft, wenn überhaupt, nur die Öffentlichkeit. Sie haben jetzt einen größeren Umbruch und einen neuen Trainer. Deshalb glaube ich nicht, dass das ein großes internes Thema bei St. Pauli ist. An einer saisonübergreifenden Erfolglosigkeit des FC St. Pauli orientiere ich mich nicht."

"… dann ist das Publikum da"

Stattdessen blickt Koschinat auf die klare Struktur unter dem neuen Trainer Marcel Rapp: "Sie spielen aus einer Dreierkette strukturiert nach vorn. Außerdem besitzen sie auf der vordersten Linie eine enorme Geschwindigkeit und flanken über die Außen viel in den Strafraum. Der Kader ist wirklich gut, sie haben den Anspruch, in die Bundesliga zurückzukehren, und der ist auch realistisch." Seine Mannschaft sieht er daher, wie eingangs erwähnt, als "klaren Herausforderer. In solchen Spielen muss man auf sein Heimpublikum setzen. Die Mannschaft ist dann auch in der Lage, über sich hinauszuwachsen. Wenn wir den Menschen signalisieren, dass wir bereit sind, dann ist das Publikum da und dann kann man auch für eine Sensation sorgen."

Apropos Sensation: Die wäre unter der Woche im Niederrheinpokal beinahe dem SV Sonsbeck gelungen. RWE führte zwar bereits mit 2:0, musste aber dennoch in die Verlängerung und entschied die Partie dort mit 7:2 für sich. Angesichts der Überlänge ist Koschinat jedoch nicht verärgert: "Es ist abgedroschen, aber der Pokal kann eben immer Überraschungen schreiben. Wenn eine Mannschaft über sich hinauswächst und die andere nicht ihren besten Tag hat." Sorgen um die Kräfte macht er sich dennoch nicht: "Wir haben von Mittwoch bis Sonntag Zeit, das reicht. Das Spiel hatte nur den Einfluss, dass wir heute nicht tiefer trainieren konnten, dafür wird die Einheit morgen dann intensiver."

Verlängerung wäre "schon ein Teilerfolg"

Eine Verlängerung gegen St. Pauli wäre dagegen "schon ein Teilerfolg. Die Hafenstraße würde wohl noch lauter werden und beim FC St. Pauli würde der psychologische Faktor hinzukommen. Unsere Chancen auf eine Sensation würden mit einer Verlängerung steigen." Personell muss Koschinat auf Michael Kostka verzichten. Der Verteidiger zog sich eine Oberschenkelzerrung zu. Bei Aiman Dardari "können wir noch nicht final sagen, ob er einsatzbereit ist, das wird sich am Samstag zeigen". Gianluca Swajkowski und Lucas Brumme stehen dagegen wieder zur Verfügung – und sollen ihren Teil dazu beitragen, dass RWE als Sieger vom Platz geht.

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