Vor 20 Jahren: Der bisher letzte Aufstieg in die Zweite Bundesliga – Rot-Weiss Essen

In der Rückrunde blicken wir auf besondere RWE-Ereignisse vor 60, 50, 40, 30, 20 und 10 Jahren zurück.​

Vor 20 Jahren: Der bisher letzte Aufstieg in die Zweite Bundesliga – Rot-Weiss Essen

Die Fans feiern den Aufstieg von RWE in die Zweite Bundesliga. (Foto: Archiv Schrepper)

Drei Anläufe hatte Rot-Weiss Essen zu Beginn des neuen Jahrtausends gebraucht, um den dritten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga zu schaffen. In der Spielzeit 2004/05 spielte man dort endlich und stieg nach einem Jahr wieder ab. Aber es gab direkt danach noch einmal eine Rückkehr. Doch der Reihe nach:

Alles auf Null


Die „Sportschau Essen 2005“ fand den passenden Titel zum Zweitliga-Saison-Desaster 2004/05: „Eine Bilanz des Schreckens: RWE schaffte keinen einzigen Auswärtssieg!“

Kurz vor dem Saisonende war die Trennung von Jürgen Gelsdorf erfolgt. Neuer Trainer wurde Uwe Neuhaus, der aber den Abstieg nicht mehr verhindern konnte. Als Sportlicher Leiter kam im Juni 2005 Olaf Janßen dazu. Der direkte Wiederaufstieg war das Ziel.

Hinrunde 2005/06 in der Regionalliga Nord

Uwe Neuhaus und Olaf Janßen bauten mit 19 Neuzugängen die Mannschaft für die Regionalligasaison völlig um. Nur Ali Bilgin und Hilko Ristau blieben vom Zweitligakader übrig. Neben RWE zählten der FC St. Pauli, Holstein Kiel, VfL Osnabrück und VfB Lübeck zu den Aufstiegsfavoriten. Insgesamt 19 Mannschaften spielten in der Regionalliga Nord.

Rot-Weiss Essen startete mit einem 3:0-Sieg bei Kickers Emden in die Saison, verlor die Heimpremiere gegen den VfB Lübeck aber mit 1:2. Obwohl man danach alle neun Heimspiele bis zur Weihnachtspause gewann, gab es häufig Kritik von den Fans. In den Borbecker Nachrichten stand am 22.12.2005 als Halbzeitbilanz: „Da jedoch die Leistungen zumeist nur durchwachsen waren, geriet Trainer Uwe Neuhaus zwischenzeitlich mächtig in die Kritik.“

Negativer Höhepunkt war der 16. Spieltag. Beim FC St. Pauli verlor RWE mit 0:3 und stürzte auf Platz 5 in der Tabelle ab. Doch dieses Spiel rüttelte die Mannschaft endlich wach. Die Sportschau Essen 2006 schrieb zu diesem Spiel: „Erst als RWE mit dem Rücken an der Wand stand, fand das Team zu seinem Rhythmus. Die 0:3-Niederlage gegen St. Pauli brachte die Wende“. Man gewann die nächsten drei Spiele und lag am Ende der Hinrunde auf einem Aufstiegsrang.

Rückrunde 2005/06 in der Regionalliga Nord

Am 3. Dezember 2005 begann die Rückrunde für die Rot-Weissen mit einem 3:1 Heimsieg gegen Kickers Emden, mit einem 0:0 in Lübeck endete das Jahr.

Zum Jahresauftakt schlug RWE zuhause Fortuna Düsseldorf mit 2:0 und holte eine Woche später ein 0:0 bei RWO im Niederrheinstadion. Die Tabellenspitze übernahm das Team von der Hafenstraße am 24. Spieltag nach dem 3:2 Heimerfolg gegen den Wuppertaler SV. Bis zum Saisonende wechselte dann die Tabellenführung immer wieder mit dem FC Carl Zeiss Jena.

Saisonbilanz

Am Ende der Spielzeit 2005/06 schaffte RWE mit 76 Punkten, 67:34 Toren (23 Siege, 7 Unentschieden, 6 Niederlagen) und vier Punkten Vorsprung auf Jena den direkten Wiederaufstieg. Danko Boskovic schoss 13 Saisontore, Macchambes Younga-Mouhani 10, Holger Wehlage 7, Michael Bemben, Ali Bilgin, Alexander Löbe und Arie van Lent schafften je 6. Tore. Stefan Lorenz war der einzige Spieler, der ohne Aus- und Einwechslungen alle 36 Spiele bestritt.

Uwe Neuhaus hatte RWE zurück in die Zweite Bundesliga geführt. In der Sportschau Essen 2006 sagte er: „Das ist sicherlich mein bisher größter Erfolg als Hauptverantwortlicher. Das ist für mich sicherlich auch so was wie ein Meilenstein, genauso wie für den Klub.“

Neuhaus war es gelungen, aus Spieler, die vorher kaum zusammengespielt hatten, eine erfolgreiche Mannschaft zu formen. Auch bei den Fans lagen die Rot-Weissen vorne. Zu den 18 Heimspielen kamen über 221.000 Zuschauer. Das bedeutete einen Schnitt von 12.287 Zuschauer in jedem Spiel.Wie in der Saison 1981/82, als Rot-Weiss Essen das 75-jährige Vereinsjubiläum feierte, spielte RWE nun auch in der Saison 2006/07 in der Zweiten Liga und konnte sich auf das 100-jährige Jubiläum 2007 freuen. Doch leider wärte die Freude nicht lang.

Ein Beitrag unseres ehrenamtlichen Vereinshistorikers Georg Schrepper.

Vor 20 Jahren: Der bisher letzte Aufstieg in die Zweite Bundesliga – Rot-Weiss Essen

https://www.rot-weiss-essen.de/2026...her-letzte-aufstieg-in-die-zweite-bundesliga/