RWE-Cheftrainer vor Heimspiel gegen SV Waldhof Mannheim im „kurze fuffzehn“-Interview.
Will die drei Punkte gegen Regensburg: RWE-Trainer Uwe Koschinat.(Foto: Markus Endberg)
In der Mitte der Englischen Woche in der 3. Liga trifft Rot-Weiss Essen am Mittwoch, 4. März, 19 Uhr in einem Traditionsduell im Stadion an der Hafenstraße auf den SV Waldhof Mannheim. Nach zuletzt zwei verlorenen Top-Spielen in Osnabrück (0:3) und Rostock (2:3) ist RWE gefordert, die Wende einzuleiten. Daran lässt Cheftrainer Uwe Koschinat (54), der nach seinem Amtsantritt in Essen bislang eine Erfolgsgeschichte geschrieben hat, keinen Zweifel. Vor dem Duell mit den Badenern stellte sich der RWE-Trainer wie immer ausführlich Zeit den Fragen der Redaktion der „kurzen fuffzehn“.
Hallo Uwe! Nach der 2:3-Niederlage beim FC Hansa Rostock blieb wegen der laufenden Englischen Woche nicht viel Zeit zur Aufarbeitung und zur Vorbereitung auf das Duell mit dem SV Waldhof Mannheim. Wie gehst Du mit der Situation um?
Uwe Koschinat: Die Analyse des Rostock-Spiels war nicht kompliziert. Die gezeigten Defizite lagen auf der Hand. Es ist klar, dass sich vor allem in Sachen Verteidigungsmentalität sehr viel ändern muss. In den Spielen seit der Winterpause haben wir allein 20 Großchancen der Gegner zugelassen. Da ist es schwierig, Spiele zu gewinnen. Mehr Trainingszeit hätte ich vor dem Mannheim-Spiel gerne gehabt, um sämtliche Alternativen für mögliche Änderungen zu prüfen. Schließlich ist offensichtlich, dass einige Spieler aktuell von ihrer Bestform entfernt sind. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir gute Lösungen finden werden.
Stichwort Änderungen: Ist ein Wechsel im Tor eine Option?
Klares Nein. Ich bin von Felix Wienand überzeugt. Auch in Rostock ist er auf der Linie über sich hinausgewachsen und hat noch einige weitere Gegentreffer mit starken Paraden verhindert. Fehler in der Wahrnehmung von Situationen beim Herauslaufen oder gewisse Abstimmungsprobleme gehören bei einem jungen Torhüter zu seiner Entwicklung dazu.
Erstmals in Deiner Amtszeit hat RWE zwei Spiele in Folge verloren, allerdings auch bei zwei sehr herausfordernden Auswärtsaufgaben. Wie bewertest Du das?
Dass ich auf diese Premiere – wie alle RWE-Anhänger – gerne verzichtet hätte, kann sich jeder denken. War unsere Punktausbeute nach der Winterpause bis dahin noch ordentlich, haben wir jetzt an Boden verloren. Es gilt jetzt, gegen Mannheim dem Turnaround zu schaffen und unsere Ausgangsposition mit einem Heimsieg wieder zu verbessern.
Macht Dir Mut, dass die Mannschaft in Rostock nach einem 0:2-Rückstand eine Reaktion gezeigt hat und ins Spiel zurückgekommen ist?
Grundsätzlich ist es positiv, dass unsere Mannschaft immer an sich glaubt und niemals aufgibt. Nach dem Zustandekommen des 0:2-Rückstands war es für mich aber auch eine selbstverständliche Reaktion des Teams, noch einmal alles zu versuchen. Deshalb war es am Ende bitter, erneut mit leeren Händen dazustehen. Wenn wir aber ehrlich sind, hatten wir in diesem Spiel Glück, nicht noch mehr Gegentore kassiert zu haben. Das müssen wir dringend abstellen.
Jaka Cuber Potocnik hat nach seiner Einwechslung einige gute Ansätze gezeigt. Sind nach seiner langen Pause jetzt auch schon längere Einsatzzeiten möglich?
Fakt ist, dass Jaka viel Frische ins Spiel gebracht und den Elfmeter herausgeholt hat. Das wird ihm weiteren Auftrieb geben. Wir müssen gerade wegen der Englischen Woche in Absprache mit der medizinischen Abteilung genau hinschauen, wieviel wir ihm schon zumuten können. Wir werden ihn in beiden Spielen benötigen.
Das Hinspiel in Mannheim ging 1:6 verloren. Wie sehr schmerzt das noch?
Das Ergebnis tat sehr weh, auch wenn das Zustandekommen wohl einzigartig war. Wir haben Slapstick-Gegentore kassiert, eine mindestens umstrittene Rote Karte und einen unberechtigten Elfmeter gegen uns bekommen. Das war schon hart. Wir haben das aber gut weggesteckt und hatten nach der Partie eine gute Phase. Diesmal ist es unser ganz klares Ziel, eine solche Phase schon gegen Mannheim zu beginnen.
Der SV Waldhof gewann zuletzt nach einem 0:1-Rückstand noch 2:1 gegen Alemannia Aachen. Wie schätzt Du den Gegner aktuell ein?
Spätestens nach dem Sieg gegen Aachen muss sich Mannheim keine Sorgen mehr machen, noch in den Kampf um den Klassenverbleib gezogen zu werden. Sehr auffällig ist die geringe Anzahl an Unentschieden, entsprechend viele Siege, aber auch Niederlagen hat das Team schon auf dem Konto. Daher müssen wir uns darauf einstellen, dass der SV Waldhof in Essen alles versuchen wird, um mit einem weiteren Dreier noch einmal Kontakt nach oben zu bekommen. Das wollen wir natürlich unbedingt verhindern.
Es sind noch vier Spiele bis zur Länderspielpause Ende März. Was nimmst Du Dir mit dem Team vor?
Wir nehmen uns vor, den Turnaround zu schaffen und das Heimspiel gegen Mannheim zu gewinnen.

https://www.rot-weiss-essen.de/2026...htlich-dass-wir-gute-loesungen-finden-werden/