RWE-Cheftrainer vor Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg im „kurze fuffzehn“-Interview.
Will die drei Punkte gegen Regensburg: RWE-Trainer Uwe Koschinat.(Foto: Markus Endberg)
Seit acht Spieltagen ist Rot-Weiss Essen in der 3. Liga unbesiegt. Es ist mit Abstand die längste aktuelle Erfolgsserie der 20 Klubs. Es folgen Spitzenreiter FC Energie Cottbus und der FC Ingolstadt 04 mit jeweils fünf Partien ohne Niederlage. An diesem Samstag zur ungewohnten Anstoßzeit um 16:30 Uhr will das Team von RWE-Trainer Uwe Koschinat die positive Bilanz möglichst mit einem Heimsieg gegen den SSV Jahn Regensburg weiter ausbauen. Vor dem Duell mit dem Absteiger aus der 2. Bundesliga nahm sich Uwe Koschinat wie immer ausführlich Zeit für die Fragen der Redaktion der „kurzen fuffzehn“.
Hallo Uwe! Beim 3:3 in Aachen blieb RWE zwar zum achten Mal in Serie ohne Niederlage, die Leistung war allerdings über weite Strecken der Partie nicht gut. Wie blickst Du auf die Partie zurück?
Uwe Koschinat: Gegen eine starke Alemannia haben wir uns lange Zeit sehr schwergetan. Aachen hat uns in viele Duelle verwickelt, diese Zweikämpfe mutig geführt. Ein paar Sekunden nach der Pause 1:3 zurückzuliegen, tut weh. Auf der anderen Seite hat man danach aber auch gesehen, wie viel Kraft und Energie unsere Mannschaft besitzt, um nach einem solchen Spiel noch mit einem Punkt nach Hause zu fahren. Das hatte sich lange Zeit nicht angedeutet, ist aber sehr positiv. Das war auch ein Spiegelbild unserer gesamten Saison.
Wie meinst Du das?
Wir haben in unseren Spielen oft in einigen Phasen Leistungsdellen, aber wir haben auch – wie in Aachen – immer wieder Antworten auf schwierige Situationen und können dann hintenraus dank unserer starken Bank oft noch Partien auf unsere Seite ziehen. Auch insgesamt sind unsere Leistungen nicht immer konstant gut. Dennoch ist die Mannschaft in der Lage, regelmäßig zu punkten und ganz oben dranzubleiben. Jetzt geht es darum, noch mehr Konstanz in die Leistungen zu bekommen.
Einen Tag nach der Partie in Aachen gab es noch ein Testspiel bei Heracles Almelo. Was waren die wichtigsten Erkenntnisse?
Es war vor allem wichtig, dass Spieler wie beispielsweise Jannik Hofmann nach seiner Rotsperre oder auch Ben Hüning und Franci Bouébari über einen langen Zeitraum Wettkampfpraxis sammeln konnten, um wieder besser in den Rhythmus zu kommen. Auch Dickson Abiama konnte so weitere Einsatzminuten sammeln. Unser Gegner, der sich in der Liga in einer schwierigen Situation befindet, hat die Begegnung ebenfalls sehr ernst genommen, so dass wir maximal gefordert wurden. Sehr erfreulich war natürlich das Comeback von Jaka Cuber Potocnik, der seinen Einsatz über 30 Minuten ohne Probleme absolvieren konnte. Er ist ab sofort wieder eine Alternative, zumindest für Teileinsätze.
Stichwort Teileinsätze: Dickson Abiama gelang gleich bei seinem Debüt als Einwechselspieler in Aachen ein Doppelpack. Könnte er schon im Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg sein Startelf-Debüt geben?
Körperlich wäre er auf jeden Fall dazu in der Lage. Dickson ist ein sehr trainingsfleißiger Spieler, verfügt über Topwerte. Von daher würde ihm sogar zutrauen, 90 Minuten durchzuhalten, wenn es notwendig sein sollte. Dass er uns mit seinen Qualitäten auf Anhieb helfen kann, hat er in Aachen bereits eindrucksvoll gezeigt. Was kann es Besseres geben, als gleich im ersten Spiel zwei Tore zu erzielen? Damit hat er sich natürlich empfohlen.
Durch die Gelbsperren von Michael Schultz und Kaito Mizuta bist da auf jeden Fall gezwungen, die eine oder andere Veränderung vorzunehmen!
Das stimmt, bereitet mir aber keine großen Sorgen. Wir haben auf zahlreichen Positionen einen sehr spannenden Konkurrenzkampf, so dass ich bei der Aufstellung viele Optionen habe. Nach der schwächeren Leistung in Aachen habe ich in dieser Woche natürlich im Training sehr genau hingesehen, wer sich für einen Einsatz aufgedrängt hat.
Der SSV Jahn Regensburg rangiert einige Punkte über der Gefahrenzone. Im Hinspiel sprang ein 3:1-Auswärtserfolg heraus. Welche Erinnerungen hast Du daran?
Nach dem missglückten Aachen-Heimspiel war es eine echte Nagelprobe. Die Mannschaft hat jedoch eine gute Antwort gegeben und einen verdienten Sieg eingefahren.
Wie schätzt Du den Gegner aktuell ein?
Trotz einiger guter Leistungen in der Rückrunde konnte sich der SSV Jahn noch nicht aus dem unteren Tabellendrittel befreien und steckt nach wie vor im Kampf um den Klassenverbleib.
Mit welcher Marschroute schickst Du das Team auf den Platz?
Unser Anspruch muss es sein, dieses Heimspiel zu gewinnen. Wir wollen eine starke Leistung zeigen und die drei Punkte in Essen behalten.
Nicht mehr dabei ist Ahmet Arslan, der den Verein in dieser Woche in Richtung Australien verlassen hat. Wie lautet Deine Einschätzung dazu?
Ahmo war ein sehr wichtiger Spieler für uns, dem ich vor einem Jahr das uneingeschränkte Vertrauen ausgesprochen habe, obwohl er schon damals in der Kritik stand. Mir war aber klar, dass wir den Klassenverbleib nur schaffen, wenn Ahmo funktioniert. Dieses Vertrauen hat er eindrucksvoll zurückgezahlt und hatte mit herausragenden Leistungen großen Anteil daran, dass RWE noch in der 3. Liga spielt. Auch in dieser Saison habe ich sehr lange an ihm festgehalten und ihn als Führungsspieler immer wieder von Beginn an gebracht, obwohl er nicht mehr an seine Form anknüpfen konnte. Das hat schon irgendwann auch bei mir zu einem Umdenken geführt. Unter dem Strich ist es aus meiner Sicht eine total vernünftige Lösung jetzt getrennte Wege zu gehen.

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