RWE-Cheftrainer vor Heimspiel gegen den MSV Duisburg im „kurze fuffzehn“-Interview.
Erwartet ein schwieriges Heimspiel gegen Aue: RWE-Trainer Uwe Koschinat. (Foto: Markus Endberg)
Mehr geht (fast) nicht! Mit Rot-Weiss Essen und dem MSV Duisburg stehen sich an diesem Karsamstag ab 16.30 Uhr im Rahmen des 31. Spieltages in der 3. Liga nicht nur zwei Reviernachbarn, sondern auch zwei Spitzenmannschaften im direkten Duell gegenüber. Der Tabellenzweite trifft im ausverkauften Stadion an der Hafenstraße auf den Viertplatzierten, der acht Runden vor dem Saisonende nur einen Punkt zurückliegt. Im Hinspiel trennten sich die beiden Traditionsklubs in Duisburg 1:1. Vor diesem Höhepunkt nahm sich RWE-Cheftrainer Uwe Koschinat wie immer ausführlich Zeit für die Fragen der „kurzen fuffzehn“.
Hallo Uwe! RWE überbrückte die Länderspielpause mit einem Testspiel beim Zweitligisten VfL Bochum. Die Partie endete 4:0. Da kann man nicht meckern, oder?
Das stimmt, zumal das Ergebnis auch zum Spielverlauf gepasst hat. Zu Beginn der Partie hatten wir zwar ein paar Probleme, gut ins Spiel zu finden. Insgesamt war die Leistung aber sehr gut und der Sieg hochverdient. Mich hat vor allem auch gefreut, dass die Wechsel keinen Bruch ins Spiel gebracht haben, eher im Gegenteil. Das zeigt, dass alle die Partie sehr gut angenommen haben und riesigen Spaß am Spiel hatten.
War der Auftritt für ein Testspiel aus Trainersicht nicht fast zu gut?
Das würde ich nicht sagen. Es war einfach ein weiterer Beleg für die herausragende Haltung und Arbeitseinstellung, die das gesamte Team schon seit meinem Amtsantritt vor 16 Monaten an den Tag legt. Die Mannschaft ist ein eingeschworener Haufen, das ist eine ganz wichtige Grundlage für den Erfolg.
Vor dem Derby gegen den MSV Duisburg gab und gibt es das eine oder andere personelle Fragezeichen, beispielsweise auf der Position des Rechtsverteidigers. Welche Rückschlüsse konntest Du aus der Partie gegen den VfL Bochum ziehen?
Da Michael Kostka wegen einer Gelbsperre aussetzen muss und Jannik Hofmann auch zu Beginn dieser Woche noch nicht wieder trainieren konnte, haben Ben Hüning und Nils Kaiser jeweils eine Halbzeit lang auf der rechten Abwehrseite gespielt. Beide haben ihre Sche hervorragend gemacht und sind damit erprobte Alternativen.
In der Innenverteidigung wird José Enrique Rios Alonso erstmals fehlen, weil er ebenfalls beim 2:1 in Köln die fünfte Gelbe Karte gesehen hatte. Hast Du Dich schon festgelegt, wie Du das auffangen wirst?
Auch wenn er zuletzt nicht von Anfang an gespielt hat, ist Tobias Kraulich für mich immer ein gefühlter Stammspieler. Damit er wieder gut in den Rhythmus kommt, hat er in Bochum auch bewusst 90 Minuten durchgespielt und eine sehr gute Leistung gezeigt. Auch wenn es das Zusammenspiel mit Michael Schultz in einer Viererkette noch nicht so oft gab, bin ich überzeugt, dass es gut funktionieren wird.
Wie sieht es sonst personell für dem Duell mit dem MSV aus?
Kaito Mizuta, der krankheitsbedingt in Bochum gefehlt hatte, ist wieder voll im Training. Auch Marek Janssen, der einige Zeit aussetzen musste, konnte in dieser Woche wieder einsteigen. Ruben Reisig war wegen eines Infekts einige Tage raus, müsste aber auch rechtzeitig fit werden. Jaka Cuber Potocnik, der in Köln über die gesamte Spielzeit durchgehalten hat, war mit der slowenischen U 21-Nationalmannschaft auf Länderspielreise, absolvierte dabei jeweils als Einwechselspieler einen etwas längeren und einen sehr kurzen Einsatz. Da werden wir im Training genau hinschauen, ob er bei 100 Prozent ist. Grundsätzlich bin ich aber optimistisch, dass sie alle zur Verfügung stehen.
Es steht nicht nur ein Derby an, sondern auch ein absolutes Spitzenspiel. Wie würdest Du die Bedeutung des Duells mit den Duisburgern beschreiben?
Schon allein für sich hat ein Derby gegen den MSV eine wahnsinnige Bedeutung. Dessen sind wir uns alle bewusst. Jetzt kommt die Tabellenkonstellation hinzu, dass beide Mannschaften nur ein Punkt trennt, und auch noch die Tatsache, dass wir mit der Partie in eine Englische Woche starten, in der einiges passieren kann. Gerade der Auftakt in eine solche Phase ist sehr wichtig. Keine Frage: Uns steht ein spektakuläres Spiel vor ausverkauftem Haus bevor. Darauf dürfen wir uns alle sehr freuen. Wir sollten die Begegnung aber auch nicht überhöhen. Unabhängig vom Ergebnis wird keine Entscheidung in irgendeine Richtung fallen.
RWE hat die letzten vier Ligaspiele gewonnen, belegt erstmals seit der Zugehörigkeit zur 3. Liga einen direkten Aufstiegsplatz. Geht Dein Team als Favorit ins Spiel?
Sich damit zu beschäftigen, wir in einem solchen Derby Favorit ist, macht keinen Sinn. Ich könnte jetzt auch sagen, dass der MSV im Gegensatz zu uns fast während der gesamten Saison auf einem der ersten drei Tabellenplätze stand und dass der Kader in der Winterpause auch noch verstärkt wurde. Es wird mit Sicherheit ein Duell auf Augenhöhe, in dem wir auch schwierige Phasen überstehen müssen. Dennoch sind wir selbstbewusst genug, um zu sagen, dass wir die drei Punkte an der Hafenstraße behalten wollen.

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