Das DFB-Sportgericht hat den früheren VfL-Coach Marco Antwerpen bei einer mehr als fünfstündigen Verhandlung am Donnerstag der Spielmanipulation für schuldig befunden und den 53-Jährigen für ein Jahr gesperrt. Co-Trainer Frank Döpper wurde für drei Monate gesperrt. Rechtskräftig ist das Urteil aber noch nicht, beide Trainer können binnen einer Woche Einspruch einlegen.

Einsatz von Riesselmann sollte verhindert werden​


Drei Monate ist es inzwischen her, das Landespokal-Finale zwischen dem VfL Osnabrück und Viertligist Blau-Weiß Lohne. Doch diese Partie wird Antwerpen nun zum Verhängnis. Konkret soll er Osnabrücks Athletiktrainer Tim Schütte im Vorfeld des Spiels zweimal dazu aufgefordert haben, den vom VfL an Lohne verliehenen Bernd Riesselmann einen Verzicht auf einen Einsatz nahezulegen. Als Zeuge sagte Schütte vor dem Gericht aus, er sei dem schließlich nachgekommen, weil er sich unter Druck gesetzt gefühlt habe. "Es war weder mein Wunsch noch meine Entscheidung, ihn dazu aufzufordern."

Zwar wiesen Antwerpen und Döpper diese Darstellung nach "dpa"-Angaben energisch zurück, allerdings sah es der DFB-Kontrollausschuss als erwiesen an, dass beide Trainer unzulässig auf Schütte eingewirkt hätten, bei Riesselmann anzurufen. Dieser Ansicht folgte auch das Sportgericht. Wie Richter Stefan Oberholz angab, sei der Vorgang "maßgeblich von Herrn Antwerpen initiiert worden." Riesselmann hatte das Ansinnen kategorisch abgelehnt und seinen Berater über den Vorfall informiert. "Ich sollte eine Verletzung vortäuschen. Ich war fassungslos und konnte das nicht glauben", berichtete der 21-Jährige, der anschließend zum Einsatz kam und den Treffer zum 4:2-Endstand erzielte.

Einspruch binnen einer Woche möglich​


Zunächst hatte der DFB-Kontrollausschuss gegen Antwerpen eine Sperre von 14 Monaten und 3.000 Euro Geldstrafe gefordert. Döpper sollte für vier Monate gesperrt werden und 500 Euro zahlen. Diesem Antrag folgte das Sportgericht jedoch nicht in vollem Umfang. Antwerpen wurde nun für ein Jahr gesperrt, Döpper für drei Monate. Der Anwalt der Beschuldigten, Horst Kletke, hatte auf einen Freispruch für seine Mandanten plädiert. Das Sportgericht kam allerdings zu einem anderen Ergebnis. "Wir gehen im Unterschied zur Verteidigung davon aus, dass es von beiden zu dem Versuch gekommen ist, auf den Spielverlauf einzuwirken", begründete Oberholz die verhängte Strafe. Sowohl Antwerpen als auch Döpper können nun binnen einer Woche Einspruch einlegen.

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