Die Brust bei Rot-Weiss Essen könnte derzeit nicht breiter sein. Am Samstag feierte RWE den Derbysieg gegen den MSV Duisburg. Damit und nun fünf Siegen in Folge geht es nach Schweinfurt. Eigentlich eine klare Angelegenheit? Nicht für Essens Trainer Uwe Koschinat.

Gegner "mit dem Respekt entgegentreten, der ihm geboten ist"​


Die Ausgangslage könnte kaum unterschiedlicher sein: Während Rot-Weiss Essen am Dienstagabend den nächsten Schritt im Aufstiegsrennen machen will, kämpft der 1. FC Schweinfurt 05 gegen den Abstieg. Gewinnt RWE die Partie, stünde dieser für die Schnüdel auch rechnerisch fest. Auf dem Papier sind die Rollen also klar verteilt. Doch RWE-Trainer Uwe Koschinat warnte im Vorfeld vor dem Gegner.

Zwar sind die Essener seit fünf Spielen verlustpunktfrei und genießen mit dem Derbysieg gegen den MSV Duisburg zusätzlichen Rückenwind, "doch so einfach ist es nicht", betonte Koschinat bei der Spieltags-Pressekonferenz am Montag. Schweinfurt habe sich unter Trainer Jermaine Jones entwickelt: "Er hat klar herausgearbeitet, was ihm wichtig ist und dem gesamten Kader eine Chance gegeben. Auch nach erfolgreichen Phasen wird rotiert."

Zudem habe Jones "Fitness und Widerstandsfähigkeit in den Vordergrund gestellt" – ein Faktor, der sich besonders in der Schlussphase bemerkbar mache. Spielerisch habe sich Schweinfurt ebenfalls gewandelt. Koschinat sprach von "einer mutigen Spielanlage, die von hinten über alle Mannschaftsteile nach vorne läuft". Entsprechend müsse man dem Gegner "mit dem Respekt entgegentreten, der ihm geboten ist."

Stürmer fällt kurzfristig aus​


Personell kann Koschinat wieder auf José-Enrique Rios Alonso und Michael Kostka zurückgreifen. Dafür fällt Jaka Cuber Potocnik aus. Der Angreifer hatte am Sonntag mit Fieber zu kämpfen und steht nicht zur Verfügung. Zwar ist dieses wieder gesunken, "er klagt jedoch über starke Kopf- und Gliederschmerzen. Das macht ein Training und auch die Reise nach Schweinfurt unmöglich", erklärte Koschinat. Mit Blick auf das kommende Heimspiel gegen den FC Ingolstadt hoffe man auf eine schnelle Rückkehr.

Trotz Englischer Woche plant der RWE-Coach keine größeren Umstellungen: "Wir werden nicht viel verändern, aber moderate Anpassungen sind durchaus möglich." Ob dazu Jannik Hofmann zählen wird? Der Rechtsverteidiger feierte im Derby nach Sprunggelenksverletzung sein Comeback. "Er ist mental sehr stark und fokussiert", sagte Koschinat, verwies jedoch auf das Risiko: "Er ist ein Maximalsprinter mit hoher Intensität und hat längere Zeit nicht trainiert." Nun gehe es um einen "Abwägungsprozess".

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