Rückkehrer Ben Hüning: Etwas sehr Besonderes – Rot-Weiss Essen

21-jähriger Innenverteidiger vor Heimspiel gegen den TSV Havelse im „kurze fuffzehn“-Interview.

Rückkehrer Ben Hüning: Etwas sehr Besonderes – Rot-Weiss Essen

Nach drei Jahren zurück bei RWE: Innenverteidiger Ben Hüning. (Foto: RWE)

Ben Hüning ist zurück an alter Wirkungsstätte: Seit der Vorbereitung auf die Drittliga-Rückrunde trägt der ehemalige U19-Spieler wieder die Farben der Rot-Weissen. Über die Stationen beim West-Regionalligisten SC Wiedenbrück und bei der U23 von Borussia Dortmund hat der Innenverteidiger den Sprung in die 3. Liga geschafft. Im Interview mit der „kurzen fuffzehn“ spricht der 21-Jährige vor dem Heimspiel gegen den TSV Havelse über seinen Weg in den Profifußball.

Hallo Ben! Wie fühlt es sich an, nach zweieinhalb Jahren wieder das RWE-Trikot zu tragen?

Es ist ein sehr schönes Gefühl. Zum Zeitpunkt meines Abschieds hatte ich nicht die Chance gesehen, mich auf diesem Niveau zeigen zu können. Ich hatte deshalb das Beste aus der Situation gemacht, der Wechsel war auch der richtige Schritt. Als die Anfrage kam, ob ich mir die Rückkehr vorstellen kann, habe ich mich sehr gefreut. RWE ist einfach vom Gesamtpaket her eine super Adresse. Ich hatte den Verein auch weiterhin verfolgt und freue mich, den Weg nun mitgehen zu können.

Deine ersten Minuten auf dem Platz verliefen mit dem späten Ausgleich in München unglücklich. Wie hast Du insgesamt das Spiel gesehen?
Es war eine enge und zähe Partie. Wenn man gegen ein gutes Team wie 1860 München in der Schlussphase in Führung geht, dann aber noch spät den Ausgleich kassiert, ist es natürlich ärgerlich. Es gilt, die positiven Dinge mitzunehmen und weiterzumachen.

Dein erstes Pflichtspiel für Rot-Weiss hattest Du noch als A-Jugendlicher bestritten. Welche Erinnerungen hast Du daran?
Im Niederrheinpokal hatten wir gegen den 1. FC Wülfrath gespielt, ausgetragen wurde die Partie in Velbert. Am Ende hatten wir 9:0 gewonnen. Nervös war ich bei meiner Einwechslung nicht – zu dem Zeitpunkt war der Spielstand auch schon deutlich. Eine gewisse Anspannung und vor allem Vorfreude waren aber natürlich da. Mein Debüt war ein besonderer Moment.

Schon in deinem ersten Herrenjahr warst du beim SC Wiedenbrück Stammspieler in der Regionalliga West. Wie bewertest Du die Zeit?
Das war ein extrem wichtiges Jahr für mich. Als Spieler ist es von großer Bedeutung, möglichst schon direkt nach der Zeit bei den A-Junioren gut im Herrenbereich anzukommen und Spielminuten zu sammeln. Das war für mich super gelaufen. Der SC Wiedenbrück ist ein sehr familiärer Verein. Wir hatten einen wirklich guten Trainerstab, Daniel Brinkmann betreut ja inzwischen den FC Hansa Rostock. Auch das Team war klasse, wir hatten viel Spaß miteinander. Die Saison lief mit Platz zehn auch sehr erfolgreich.

Bereits ein Jahr später warst du für die U23 von Borussia Dortmund erstmals in der 3. Liga am Ball. Wie sehr musstest Du dich umstellen?
Bei Borussia Dortmund war alles mindestens eine Nummer größer. Der BVB ist schließlich ein Klub mit einer enormen Reichweite. Ich habe mich schnell eingelebt und kam bereits im ersten Ligaspiel von Beginn an zum Einsatz. In Dortmund bin ich richtig im Profifußball angekommen. Ich war auch bei einigen Trainingseinheiten der Profis dabei und konnte das eine oder andere mitnehmen.

In dieser Saison hattest Du in Dortmund bis zur Winterpause in 18 Regionalliga-Einsätzen sieben Torbeteiligungen gesammelt. Was zeichnet Dich aus?
Es war tatsächlich ein Ziel von mir, torgefährlicher zu werden. Ich wusste, dass ich dazu in der Lage sein kann. Wir hatten bei den Standardsituationen klare Abläufe. Ich konnte mich häufig gut in Position bringen, um meine Kopfballstärke einsetzen zu können. Ich bin ein Spieler, der über den Willen und die Bereitschaft kommt. Neben meiner Zweikampfstärke zeichnen mich auch mein Spielverständnis und eine gewisse Ruhe am Ball aus.

Bei RWE hast Du gestandene Drittliga-Profis wie Michael Schultz, Tobias Kraulich und José Enrique Ríos Alonso als Konkurrenten um die Plätze in der Innenverteidigung. Wie siehst Du deine Rolle?
Es gibt keinen Spieler, der damit zufrieden ist, auf der Bank zu sitzen. Ich gebe in jeder Trainingseinheit Vollgas, so dass der Trainer irgendwann möglichst nicht mehr an mir vorbeikommt. Ich habe großes Selbstvertrauen, dass ich ihn naher Zukunft viel spielen werde. Jeder von uns Innenverteidigern bringt seine eigenen Stärken mit. Da kann ich durchaus auch noch von den erfahreneren Spielern lernen.

Du warst bereits vor Deiner offiziellen Verpflichtung mit ins Trainingslager in die Türkei gereist. Wie war das für Dich?
Das waren aufregende Tage. Die Möglichkeit, mit ins Trainingslager zu fahren, hatte sich kurzfristig ergeben. Umso schöner, dass es dann auch geklappt hatte. Während eines Trainingslagers kann man die Abläufe und Prinzipien eines Teams noch besser kennenlernen. Auch abseits der Einheiten verbringt man viel Zeit miteinander. Einige Jungs wie Jakob Golz, José Enrique Ríos Alonso oder Lucas Brumme kannte ich aber ja auch schon aus meiner ersten Zeit bei RWE. Mit Gianluca Swajkowski hatte ich gemeinsam in der U19 gespielt.

Zum ersten Heimspiel des Jahres 2026 ist nun der TSV Havelse an der Hafenstraße zu Gast. Wie ist Dein Eindruck vom Gegner?
Der TSV Havelse scheint aktuell unberechenbar. Lange Zeit hatte das Team nur wenig gepunktet. Zuletzt lief es – unter anderem mit dem 4:0 gegen die TSG Hoffenheim II – deutlich besser. Wir werden Havelse auf keinen Fall unterschätzen. Dennoch sind wir selbstbewusst genug, mit dem Anspruch eines Dreiers in die Partie zu gehen.

Worauf wird es für Euch ankommen?
Über Aspekte wie Leidenschaft wollen wir das Stadion mitnehmen. In erster Linie müssen die Basics stimmen. Dann können wir auch unsere fußballerischen Qualitäten ausspielen. Mit der U23 des BVB habe ich bereits an der Hafenstraße gespielt. Es wird etwas sehr Besonderes sein, diese Stimmung nun als Unterstützung zu haben.

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Rückkehrer Ben Hüning: Etwas sehr Besonderes – Rot-Weiss Essen

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