26-jähriger Offensivspieler vor Heimspiel gegen den FC Ingolstadt im „kurze fuffzehn“-Interview.
Ramien Safi freut sich auf das Heimspiel gegen den FC Ingolstadt. (Foto: Markus Endberg)
Rot-Weiss Essen empfängt im Rahmen des 33. Spieltages in der 3. Liga an diesem Samstag ab 14 Uhr den FC Ingolstadt 04 im Stadion an der Hafenstraße. Das Team von RWE-Trainer Uwe Koschinat fuhr mit dem Erfolg beim 1. FC Schweinfurt 05 (3:1) den sechsten Dreier in Folge ein und will zum Abschluss der Englischen Woche gegen die „Schanzer“ die Siegesserie möglichst ausbauen.
In der Partie beim nun schon feststehenden Absteiger entschied sich Koschinat für den pfeilschellen Angreifer Ramien Safi in der Startelf. Der 26-Jährige bekam im Sturmzentrum den Vorzug vor Marek Janssen. Der im holländischen Winschoten geborene Safi war im Sommer 2024 vom West-Regionalligisten SV Rödinghausen an die Hafenstraße gewechselt und hat sich zu einer festen Größe im RWE-Kader entwickelt. Im Interview mit der „kurzen fuffzehn“ spricht Ramien Safi über die verbleibenden sechs „Endspiele“ und ein mögliches Länderspiel-Debüt für Afghanistan.
Hallo Ramien! Die wichtigste Frage zuerst: Wie geht es Dir, nachdem Du in Schweinfurt angeschlagen ausgewechselt werden musstest?
Ramien Safi: Ich hatte Glück im Unglück und habe keine schlimmere Verletzung davongetragen. In dieser Szene weiterspielen zu lassen, war nicht nur aus meiner Sicht eine klare Fehlentscheidung. Ich habe nach dem Spiel mit dem Schiedsrichter gesprochen, der sich die Bilder noch einmal anschauen wollte. Auch der Torhüter hat sich bei mir nach dem Spiel entschuldigt. Die Sache ist abgehakt.
Am Ende stand ein 3:1-Auswärtserfolg zu Buche. Wie hast Du die Partie erlebt?
Solche Spiele entscheiden sich vor allem im Kopf. Nach dem Derbysieg gegen den MSV Duisburg fährst du nach Schweinfurt und spielst vor knapp 4.000 Zuschauern. Wir wollten die Partie unbedingt gewinnen, um den Erfolg gegen den MSV zu vergolden. Wir haben etwas gebraucht, um ins Spiel zu kommen, haben die Tore dann aber zu den richtigen Zeitpunkten erzielt und am Ende einen souveränen Sieg eingefahren.
Wie schon zuvor im Testspiel beim VfL Bochum während der Länderspielpause kamst Du in Schweinfurt im Sturmzentrum zum Einsatz. Was gefällt Dir an der Rolle?
Grundsätzlich bin ich im Angriff variabel einsetzbar, fühle mich im Zentrum jedoch freier. Als Sturmspitze kann ich meine Stärken am besten zur Geltung bringen, weil ich durch meine Schnelligkeit tiefe Wege nach links und rechts mache und damit immer für Unruhe und Gefahr sorgen kann. Ich finde es gut, dass wir im Team mehrere verschiedene Möglichkeiten haben, um den Gegner zu überraschen.
Fast hättest Du die Liga-Unterbrechung nicht bei RWE verbracht, sondern bei der Nationalmannschaft von Afghanistan. Wie sehr reizt Dich ein Länderspiel-Debüt?
Meine Eltern kommen aus Afghanistan und es ist schön, wenn man eine Einladung der Nationalmannschaft bekommt. Wir befinden uns mit RWE jedoch in einer ganz wichtigen Phase. Deshalb habe ich auf eine Teilnahme an dem Lehrgang verzichtet.
Für RWE hast Du in dieser Saison in 31 Einsätzen zwei Tore erzielt. Wie bewertest Du die Zwischenbilanz?
Ganz ehrlich: Ich laufe meinen Zielen und eigenen Ansprüchen ein wenig hinterher und bin mit meiner Torausbeute nicht zufrieden. Für mich stehen aber der mannschaftliche Erfolg und nicht die persönlichen Befindlichkeiten im Vordergrund.
In Schweinfurt konntet Ihr bereits den sechsten Sieg in Serie einfahren. Was macht Euch derzeit so stark?
Wir haben uns durch die Erfolge eine gewisse Selbstverständlichkeit erarbeitet, die wir unabhängig vom Spielstand jederzeit abrufen können. Wir wissen um unsere Qualitäten und haben das Momentum auf unserer Seite.
Die Ausgangslage im Aufstiegsrennen ist mit Rang zwei sehr gut. Denkst Du da manchmal zurück, dass Du bis 2019 noch in der Landesliga am Ball warst?
Alles geht ziemlich schnell und man hat kaum Zeit über so etwas nachzudenken. Ich muss mich manchmal kneifen und selbst auf die Schulter klopfen, was ich bislang erreicht habe. Es war immer ein Traum von mir, so hoch wie möglich zu spielen.
Was wird aus Deiner Sicht wichtig sein, um bis zum Saisonende weit oben zu stehen?
Es werden immer weniger Partien und wir dürfen nur von Spiel zu Spiel schauen. Bis zum Saisonende haben wir noch sechs Endspiele. Wir wollen den zweiten Tabellenplatz nicht mehr abgeben und werden alles tun, um den Aufstieg zu schaffen.
Ihr bestreitet nun gegen den FC Ingolstadt 04 das dritte Ligaspiel innerhalb von acht Tagen. Wie gefällt Dir das grundsätzlich?
Auf der einen Seite ist es immer gut, wenn du den Schwung aus den Spielen sofort mitnehmen kannst, dass ist auch unser Ziel für das nächste Heimspiel. Wir wollen das Maximale herausholen und streben gegen Ingolstadt den nächsten Dreier an.
Wie wollt Ihr die Punkte an der Hafenstraße behalten?
Wir müssen dort weitermachen, wo wir aufgehört haben. Wir wollen die Englische Woche mit einem Sieg gegen Ingolstadt unbedingt vergolden.


https://www.rot-weiss-essen.de/2026/04/10/ramien-safi-englische-woche-mit-sieg-vergolden/