Neu-Trainer Daniel Scherning sorgt für Aufschwung – Rot-Weiss Essen

SV Wehen Wiesbaden ist das formstärkste Team der zurückliegenden sechs Spieltage.​

Neu-Trainer Daniel Scherning sorgt für Aufschwung – Rot-Weiss Essen

Der SV Wehen Wiesbaden ist mit zwei Siegen in das Fußballjahr 2026 gestartet. (Foto: Wehen Wiesbaden)

Das derzeit wohl formstärkste Team der 3. Liga ist zum Abschluss des 22. Spieltages bei Rot-Weiss Essen zu Gast. Im Stadion an der Hafenstraße stellt sich an diesem Sonntag ab 19.30 Uhr der SV Wehen Wiesbaden vor. Die Hessen konnten fünf ihrer sechs zurückliegenden Partien für sich entscheiden – darunter auch das jüngste Heimspiel gegen den SC Verl (2:1), der vor der 21. Runde noch die Tabelle angeführt hatte.

Die 15 Punkte in diesem Zeitraum werden von keinem anderen Drittligisten übertroffen. Hinter den Hessen folgen in der Formtabelle der FC Hansa Rostock (14 Zähler) und Rot-Weiss Essen (zwölf). Der SVWW gewann gegen Verl sogar zum zweiten Mal in Folge vor heimischer Kulisse gegen einen Spitzenreiter. Schon Mitte Dezember stand gegen den FC Energie Cottbus ein 3:1 zu Buche.

Der Aufschwung des früheren Zweitligisten ist dabei eng mit dem Namen Daniel Scherning verbunden. Der 42-Jährige war Mitte November als neuer Cheftrainer vorgestellt worden. Zuvor hatte sich der SV Wehen Wiesbaden nach einem zwischenzeitlich ordentlichen Start (16 Punkte aus zehn Begegnungen) von Vorgänger Nils Döring getrennt. Der in Wiesbaden geborene 45-Jährige hatte in der Saison 2010/2011 noch selbst das SVWW-Trikot getragen und blieb dem Verein auch nach seiner aktiven Zeit in verschiedenen Funktionen vom Teammanager über Nachwuchscoach, Co-Trainer bis zum Cheftrainer treu.

Nachdem unter der Regie von Co-Trainer Frank Steinmetz neben einem 2:0 beim TSV Havelse auch ein 0:1 gegen den FC Viktoria Köln zu Buche stand, betrug der Vorsprung des SVWW auf die Abstiegszone beim Amtsantritt von Daniel Scherning lediglich drei Punkte. Inzwischen sind es wieder komfortable zwölf Zähler.

So oder so waren und sind die (mittelfristigen) Ambitionen beim Klub, der in diesem Jahr 100 Jahre alt wird, nach wie vor groß. „Der Verein will zurück in die 2. Bundesliga, ich will in die 2. Bundesliga. Das sind aber Dinge, die man hier nicht raushauen sollte“, sagte Scherning, der zuvor schon den VfL Osnabrück, Arminia Bielefeld und zuletzt Eintracht Braunschweig trainiert hatte, bei seiner offiziellen Vorstellung. „Wir tun gut daran, uns erst einmal kennenzulernen, die Ärmel hochzukrempeln und leidenschaftlichen, intensiven Fußball auf den Platz zu bekommen, der uns dann dazu berechtigt, wieder in andere Tabellenregionen zu kommen.“

Durch die positive Ausbeute der letzten Wochen ging es schnell nach oben. Inzwischen steht wieder Rang sieben zu Buche. Der Rückstand auf Relegationsrang drei, auf den der SC Verl nun zurückgefallen ist, beträgt nur noch vier Punkte. Gleiches gilt für den Abstand zu RWE. Bis zur Tabellenspitze sind es sechs Zähler.

Im Heimspiel gegen Verl verhalf Daniel Scherning, der im Kasten weiterhin auf Eigengewächs Noah Brdar als Vertreter des verletzten Stammtorhüters Florian Stritzel vertraut, gleich zwei U 19-Spielern zum Profi-Debüt. Innenverteidiger Tim Neubert gehörte dabei sogar direkt zur Startformation. In der Schlussphase wurde dann noch Offensivspieler Ibrahim Ati Allah eingewechselt.

„Beide haben seit Beginn des Trainingslagers sehr gut trainiert“, begründete der Coach. „Ich habe immer wieder betont, dass wir die Trainingsleistungen in den Mittelpunkt rücken und auch mutige Entscheidungen treffen wollen. Verls Alessio Besio agiert viel in der Breite und will viel ins Eins-gegen-Eins. Da muss man auf der Schiene und der Halbverteidiger-Position Spieler haben, die solche Situationen gewinnen können und vor allem Tempo haben. Tim passte vom Profil und hat sich das verdient. Bei Ibo war es ähnlich. Ich mag seine Unbekümmertheit. Es soll ja auch unser Weg sein, dass wir Jungs aus dem eigenen Stall nicht nur mittrainieren lassen, sondern sie auch reinschmeißen. Das war auch ein Zeichen an alle anderen.“

Verzichten muss Scherning im Stadion an der Hafenstraße allerdings auf seinen bislang besten Torschützen. Nikolas Agrafiotis (sieben Saisontreffer) sah gegen den SC Verl die fünfte Gelbe Karte und ist deshalb gesperrt. Für ihn wurde der frühere Schalker U 23-Stürmer Moritz Flotho – und steuerte einen Treffer zum Sieg bei.

Neu-Trainer Daniel Scherning sorgt für Aufschwung – Rot-Weiss Essen
Neu-Trainer Daniel Scherning sorgt für Aufschwung – Rot-Weiss Essen

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