
Auf und Ab: Wandler zwischen den Spielklassen.

Rot-Weiss Essen eröffnet den 5.Spieltag mit dem Auswärtsspiel gegen den SSV Jahn Regensburg. (Foto: Jahn Regensburg)
Rot-Weiss Essen meldet sich aus der ersten Länderspielpause in dieser Saison am Freitag, 12. September, 19 Uhr zurück. Dann tritt die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat zum Auftakt des 5. Spieltages bei einem Gegner an, der in den zurückliegenden Jahren zwischen den Ligen gewandelt ist. Mit dem Abstieg aus der 2. Bundesliga hat der SSV Jahn Regensburg in diesem Sommer zum dritten Mal in Serie die Spielklasse gewechselt.
Aufstiegstrainer Joe Enochs (mittlerweile Direktor Profifußball beim Ligakonkurrenten VfL Osnabrück) musste im Oktober 2024 vorzeitig gehen. Auch der vorherige U19-Trainer Andreas Patz konnte bis Anfang Mai nicht mehr die Wende herbeiführen, so dass die Regensburger die aktuelle Drittliga-Saison mit einem neuen Cheftrainer in Angriff genommen haben. Die Wahl der Verantwortlichen um Sport-Geschäftsführer Achim Beierlorzer, der seit Sommer 2023 beim SSV Jahn tätig ist und schon damals einen Kader zusammengestellt hatte, dem der direkte Wiederaufstieg gelungen war, fiel auf Michael Wimmer.
Nach mehreren Jahren als Nachwuchstrainer beim 1. FC Nürnberg war der im niederbayerischen Dingolfing geborene 45-jährige Wimmer zur Saison 2018/2019 als Co-Trainer von Manuel Baum in die Bundesliga zum FC Augsburg gewechselt. Später folgte der Schritt zum VfB Stuttgart, wo Wimmer unter anderem mit Pellegrino Matarazzo und Tim Walter arbeitete. Gemeinsam mit dem Trainerteam schaffte er 2020 den Aufstieg in die Bundesliga. Als der VfB 2022 in der Krise steckte, übernahm er die Mannschaft als Interimstrainer und führte sie in sechs Spielen zu drei Siegen. Mit der Installation von Bruno Labbadia als Cheftrainer endete die Zeit von Wimmer in Stuttgart.
Im Januar 2023 übernahm er seine erste Cheftrainer-Station im Profifußball beim österreichischen Klub Austria Wien. In seiner ersten Saison erreichte er mit dem Team die Qualifikation für den europäischen Wettbewerb, scheiterte höchst dramatisch in der Nachspielzeit am polnischen Spitzenklub Legia Warschau. In der zweiten Saison blieb der sportliche Erfolg aus, die gemeinsame Zeit endete im Mai 2024 vorzeitig.
Anfang 2025 führte Wimmers Weg dann nach Schottland zum Motherwell FC. Mit dem damals abstiegsbedrohten Klub gewann Wimmer unter anderem 2:1 bei Rekordmeister Glasgow Rangers. Über die Playoffs gelang schließlich der Klassenverbleib. Dass Wimmer seine Zelte in Großbritannien bereits nach nur zwölf Spielen wieder abbaute, resultierte auch aus einer gemeinsamen Entscheidung mit seiner Familie. „Irgendwann nach Ostern haben wir uns mit der Familie zusammengesetzt und gesagt: Wenn es eine Möglichkeit gibt, wieder nach Deutschland und heimatnah zu kommen, dann würden wir das gerne wieder machen“, so der neue Jahn-Trainer. „Dass es so heimatnah ist, ist natürlich Wahnsinn.“
Wie es bei einem Absteiger häufig der Fall ist, arbeitet Michael Wimmer mit einem stark veränderten Kader zusammen. Aus dem 25-köpfigen Aufgebot waren nur das Torhüter-Trio mit Felix Gebhardt, Julian Pollersbeck und Alexander Weidinger sowie Leopold Wurm, Robin Ziegele, Oscar Schönfelder, Benedikt Saller, Andreas Geipl, der neue Kapitän Christian Kühlwetter, Eric Hottmann und Dejan Galjen schon in der 2. Bundesliga dabei.
Schon vor einigen Jahren in der zweithöchsten Spielklasse war Adrian Fein für die Regensburger aufgelaufen. Der 26-jährige Rückkehrer spielte bereits in der Saison 2018/2019 auf Leihbasis beim SSV Jahn und lief zuletzt für den SV Waldhof Mannheim auf. Nach dem ersten Zwischenstopp in Regensburg folgten weitere Leihstationen beim Hamburger SV, der PSV Eindhoven, der SpVgg Greuther Fürth und der SG Dynamo Dresden. Im Sommer 2022 wechselte er ablösefrei zu Excelsior Rotterdam. Nach einer Stoffwechselerkrankung kehrte er im Januar 2024 mit seinem Wechsel zum SC Verl nach Deutschland zurück. Nach den ersten drei Spieltagen hat der SSV Jahn Regensburg dank des jüngsten 3:0-Heimsieges gegen den Aufsteiger 1. FC Schweinfurt 05 vier Punkte auf dem Konto. Im DFB-Pokal hatte das Team den 1. FC Köln am Rande einer Niederlage, kassierte aber tief in der Nachspielzeit noch zwei Gegentreffer (1:2). Spielführer Kapitän Christian Kühlwetter fehlt gegen RWE wegen einer Rotsperre. Torhüter Julian Pollersbeck (Adduktorenbeschwerden), Linksverteidiger Oscar Schönfelder, Angreifer Eirc Hottmann (beide nach Knie-Operation) und Rechtsverteidiger Benedikt Saller (Schambeinentzündung) standen zuletzt verletzungsbedingt nicht zur Verfügung.


Nach erster Länderspielpause steht Partie beim SSV Jahn Regensburg auf dem Programm - Rot-Weiss Essen