Der TSV 1860 München kommt ins Rollen. Vor der Länderspielpause soll das Grünwalder Stadion noch einmal zur uneinnehmbaren Festung werden, obwohl Cheftrainer Patrick Glöckner mit einer der schwierigsten Partien der Saison rechnete – gegen den VfB Stuttgart II (Samstag, 14 Uhr). Dafür hatte er seine Gründe.

"Für mich ist das ein richtiges Kracherspiel"​


Im vergangenen Januar startete Patrick Glöckner die Mission Klassenerhalt mit den Münchner Löwen gegen die U23-Mannschaft aus Stuttgart. Seinerzeit sprang ein 1:1-Unentschieden heraus. Zwei oder drei Spieler aus der damaligen Begegnung erwartete der 1860-Coach auch am Samstag, aber viel mehr sei darüber hinaus nicht zu berechnen. "Ich muss da wirklich hervorheben: Das wird mit das schwerste Spiel in der Saison. Für mich ist das ein richtiges Kracherspiel, einfach in der Art und Weise des Spiels", betonte Glöckner im Vorfeld. "Ich habe alle Spiele im Video geguckt und einfach gesehen, zu was sie in der Lage sind, wenn man sie lässt."

Spielstarke Jungs, die taktisch und technisch gut ausbildet und körperlich gut aufgebaut wurden – das war es, was Glöckner im klassischen Sinne von einer NLZ-Mannschaft erwartete. "Hinzu kommt noch, dass wir nicht wissen, welche Spieler von oben runterkommen. Das kann ihre Grundordnung verändern, genauso wie ihre Leistungsfähigkeit", so der 1860-Coach warnend. In der letzten Partie der Stuttgarter, die mit einem 1:1-Unentschieden gegen Verl endete, waren beispielsweise Dan-Axel Zagadou, Justin Diehl und Noah Darvich am Ball. Auf Giesings Höhen sind neue Veränderungen möglich.

Pfeifer fehlt krankheitsbedingt​


Das wird auch bei der Heimmannschaft der Fall sein, denn Glöckner muss mindestens Manuel Pfeifer krankheitsbedingt wechseln. An der Grundformation will der 1860-Coach hingegen nicht drehen, da sich die Dreierkette zum Saisonstart bewehrt hatte. "Das passt momentan für uns einfach und wir spielen damit erfolgreich", hielt der Münchner Trainer nach sieben Punkten aus drei Partien fest. Kleinigkeiten in der Herangehensweise oder in der Ausrichtung werde es aber immer geben. "Das heißt, der Gegner, der jetzt mit dominantem Zentrum spielt, müsste natürlich anders angelaufen werden oder in der Defensive mit anderem Stellungsspiel bearbeitet werden. Deswegen sind wir in der Systemfrage sowieso immer sehr variabel."

Ein grundsätzliches Erfolgsrezept hatte Glöckner also nicht parat, dafür aber alle Faktoren im Kopf. "Wir müssen dieselbe Einstellung, dieselbe Spielfreude, den Schwung aus den letzten Spielen und der Vorbereitung, weiter beibehalten", legte sich der 48-Jährige in der Ausrichtung fest. "Dann wollen wir zeigen, dass wir hier zuhause spielen mit 15.000 Leuten im Rücken und wollen und darauf berufen, was wir können. Natürlich unter der Prämisse, was der Gegner uns auch anbietet." Welche Qualität die Stuttgarter dann anbieten, darauf wird Glöckner dann wohl auch in der Partie wieder neu reagieren.

"Mit das schwerste Spiel": Glöckner warnt vor Stuttgart II