Auswärtssieg in Hoffenheim beschert Alemannia Aachen Sprung auf Nichtabstiegsplatz.
Allemannia Aachen gewann zuletzt 3:2 gegen Hoffenheim II. (Foto: Alemannia Aachen)
Wenn Rot-Weiss Essen am nächsten Sonntag, 8. Februar, ab 16.30 Uhr im Rahmen des 23. Spieltages in der 3. Liga zum insgesamt 95. Duell bei Alemannia Aachen am Tivoli antritt, wird bei den Gastgebern ein anderer Trainer an der Seitenlinie stehen als noch beim 3:2-Auswärtserfolg der Alemannia im Hinspiel an der Hafenstraße. Denn nur sieben Partien später wurde Benedetto Muzzicato von seinen Aufgaben freigestellt.
Der 47-Jährige hatte erst zu Saisonbeginn die Nachfolge des zum Zweitligisten Eintracht Braunschweig gewechselten Ex-RWE-Profis Heiner Backhaus angetreten. In Essen fuhren die Aachener noch unter Muzzicatos Regie im vierten Anlauf ihren ersten Saisonsieg ein. Da anschließend aber nur sechs Punkte bei fünf Niederlagen bis zum 11. Spieltag folgten, kam es bereits Mitte Oktober zur Trennung.
Übergangsweise übernahm zunächst der bisherige Co-Trainer Ilyas Trenz. Unter dem 28-Jährigen gelang beim SV Wehen Wiesbaden (2:1) und gegen den 1. FC Saarbrücken (2:0) jeweils die volle Punktausbeute. Anfang November wurde dann Mersad Selimbegovic als neuer Cheftrainer vorgestellt. Die Trainerkarriere des 43-Jährigen begann 2012 beim SSV Jahn Regensburg, für den der frühere Innenverteidiger zuvor selbst als Spieler in 99 Partien auflief. Nach vier Jahren im Trainerteam der zweiten Mannschaft übernahm er 2016 die U19 und wurde ein Jahr später Co-Trainer der ersten Mannschaft.
Zur Saison 2019/2020 stieg Selimbegovic in Regensburg zum Cheftrainer auf und führte den Jahn drei Jahre in Folge zum Klassenverbleib in der 2. Bundesliga. Nach insgesamt 17 Jahren endete seine Zeit bei den Oberpfälzern im Jahr 2023. Anschließend war Selimbegović beim FC Hansa Rostock (Dezember 2023 bis Juni 2024) in der 2. Bundesliga sowie beim belgischen Zweitligisten KAS Eupen (Juli 2024 bis Juni 2025) tätig. Insgesamt blickt er auf 150 Spiele als Cheftrainer in der zweithöchsten deutschen Spielklasse zurück.
Der Auftakt von Selimbegovic in Aachen verlief mit dem 3:1 bei der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart erfolgreich. Bis zur Winterpause holte der ehemalige Bundesligist dann aber nur noch zwei Punkte aus fünf Spielen. Deshalb musste die Alemannia in der Abstiegszone überwintern.
Nachdem der zuvor vereinslose und bei Eintracht Frankfurt ausgebildete Mittelfeldspieler Mehdi Loune (21) bereits Mitte Oktober einen Vertrag am Tivoli erhalten hatte, legten die Verantwortlichen um Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi auch in der Winterpause personell nach. Vom griechischen Erstligisten AE Larisa wurde Petros Bagalianis für die Innenverteidigung verpflichtet. Für den Aufsteiger hatte der 24-Jährige in der laufenden Saison elf Pflichtspiele (ein Tor) absolviert. Bei den Aachenern sicherte sich Bagalianis auf Anhieb einen Stammplatz und kam zum Beginn des neuen Fußballjahres 2026 sowohl beim 0:3 gegen den VfL Osnabrück als auch zuletzt beim 3:2 bei der TSG Hoffenheim II über die volle Spieldauer zum Einsatz.
Durch den Sieg in Hoffenheim konnte Alemannia Aachen nicht nur die Abstiegszone verlassen, sondern sich auch ein kleines Polster von zwei Zählern verschaffen. Beim ersten Erfolg seit sechs Begegnungen kam auch der zweite Winterzugang erstmals zum Einsatz. Fotis Pseftis verdrängte den bisherigen Stammtorhüter Jan Olschowsky (24) auf die Bank. Der 23-jährige Grieche wurde bis zum Saisonende vom Schweizer Erstligisten FC Lugano ausgeliehen.
Keine guten Erinnerungen haben die RWE-Fans an die jüngsten Duelle mit den Schwarz-Gelben. In der 3. Liga gingen alle drei bisherigen Vergleiche verloren. Auf die beiden Niederlagen in der Vorsaison (1:2 und 0:2) folgte in der laufenden Spielzeit das kuriose 2:3 an der Hafenstraße. Dabei verwandelte der erst wenige Tage zuvor von Hannover 96 verpflichtete Lars Gindorf bei seinem Debüt gleich drei (!) Foulelfmeter zur 3:0-Führung für die Alemannia. Kaito Mizuta und Jaka Cuber Potocnik konnten für RWE zwar in der Schlussphase noch verkürzen. Zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr.
Lars Gindorf, der zuletzt beim 3:2 in Hoffenheim erneut zweimal erfolgreich war, führt inzwischen mit 14 Treffern die Torjägerliste in der 3. Liga an. Aber auch auf Mika Schroers, der im Kraichgau immerhin schon sein siebtes Saisontor erzielte, müssen die Rot-Weissen besonders achten, um den ersten Drittliga-Dreier gegen Aachen zu landen.


https://www.rot-weiss-essen.de/2026/01/30/mersad-selimbegovic-soll-klassenverbleib-sichern/