Lucas Brumme: Mit großer Überzeugung in das Derby – Rot-Weiss Essen

26-jähriger Außenbahnspieler vor Top-Spiel gegen den MSV Duisburg im „kurze fuffzehn“-Interview.

Lucas Brumme: Mit großer Überzeugung in das Derby – Rot-Weiss Essen

Lucas Brumme freut sich auf das Derby gegen den MSV Duisburg. (Foto: Markus Endberg)

Derby und Top-Spiel in der 3. Liga: Rot-Weiss Essen empfängt am Karsamstag ab 16:30 Uhr als Tabellenzweiter den viertplatzierten MSV Duisburg. Dass das Team von Trainer Uwe Koschinat mit vier Siegen am Stück in die letzte Länderspielpause gehen konnte, lag nicht zuletzt auch an Lucas Brumme. In den zurückliegenden drei Partien steuerte der 26-Jährige einen Treffer und drei Vorlagen bei. Im Interview mit der „kurzen fuffzehn“ spricht Brumme über das Derby und seine leicht veränderte Rolle auf dem Feld.

Hallo Lucas! Nach der Länderspielpause seid Ihr direkt im Derby gegen den MSV Duisburg gefordert. Ist da die Vorfreude auf das erste Spiel umso größer?
Lucas Brumme:
Schon nach den vorherigen Länderspielpausen war es wichtig, wieder gut reinzukommen. Die Derbys gegen den MSV Duisburg sind immer etwas Besonderes, die Duelle haben für das Umfeld eine hohe Bedeutung. Daher ist die Vorfreude riesig.

In der Liga konntet Ihr zuletzt vier Siege in Serie einfahren. Kam die Unterbrechung daher eher ungelegen?
Das würde ich nicht sagen. Wir hatten die Gelegenheit, vor dem Saisonendspurt noch einmal kurz durchzuschnaufen. Einige zuletzt angeschlagene Spieler konnten sich wieder ihren 100 Prozent nähern. Wir werden alle Jungs noch benötigen. Und im Flow sind wir mit unserem Testspiel beim VfL Bochum auch geblieben.

Du hast es bereits angesprochen: Ihr konntet mit dem 4:0 beim VfL Bochum ein Zeichen setzen. Wie hast Du die Partie erlebt?
In den ersten 15 – 20 Minuten hatten wir noch unsere Probleme. Nach ein, zwei Anpassungen sind wir besser in unseren Spielfluss reingekommen. Wir konnten im Testspiel einige Abläufe ausprobieren. Dass wir dabei auch vier Treffer erzielen konnten und gegen einen höherklassigen Gegner ohne Gegentor geblieben sind, gibt uns ein gutes Gefühl.

Dabei konntest Du erneut einen Treffer erzielen. Hast Du das Toreschießen für dich neu entdeckt?
Das hängt auch mit meiner wieder offensiveren Position zusammen. Sonst war ich eher der Spieler, der den letzten oder vorletzten Pass gespielt hat. Umso besser, wenn es jetzt auch mit dem Toreschießen klappt. In unserer Situation ist es wichtig, dass jeder an seinem Maximum spielt.

Zuvor kamst du überwiegend als Linksverteidiger zum Einsatz. Was schätzt Du an den jeweiligen Positionen?
Wenn ich weiter hinten spiele, habe ich das Spiel mehr vor mir. Dadurch kann ich mehr dirigieren und Einfluss nehmen. Dass ich eigentlich Offensivspieler bin, hilft mir dabei, Akzente im Spiel nach vorne zu setzen. Defensiv bin ich dagegen mehr in Eins-gegen-Eins-Duelle verwickelt. Wenn ich auf dem offensiven Flügel spiele, weiß ich, dass ich mit Franci Bouebari einen Spieler hinter mir habe, der mir den Rücken frei hält. Genauso kann er mich immer anspielen. Mit meiner gradlinigen Spielweise kann ich für Gefahr sorgen.

Deine ersten beiden Liga-Treffer für RWE hast Du im April 2024 ausgerechnet im Derby gegen den MSV Duisburg erzielt. Welche Erinnerungen hast Du an Deinen Doppelpack und das Duell?
Auch bei meinen vorherigen Stationen hatte ich bereits Derbys. Davon war aber keines mit den Duellen gegen den MSV Duisburg vergleichbar. Schon beim Aufwärmen saugt man die Stimmung auf. Während des Spiels ist man bei den Aktionen in einem Tunnel. Während der kurzen Unterbrechungen nimmt man das Umfeld aber wahr. Dann auch in einem solchen Spiel Tore vor der RWE-Kurve bejubeln zu können, war ein unglaubliches Gefühl.

Im nun anstehenden Derby wirst Du voraussichtlich dein 150. Drittligaspiel bestreiten. Was bedeutet Dir das?
Das ist schon eine besondere Zahl. Ich freue mich, dass ich schon so viele Partien bestreiten konnte. Das ist auch eine Belohnung für die harte Arbeit. In der Vergangenheit hatte ich auch Pech mit einigen Verletzungen, aber das liegt hinter mir.

Beide Teams spielen sportlich eine gute Rolle. Welche Bedeutung hat das Derby mit Blick auf das weitere Aufstiegsrennen?
Man kann nicht alle Faktoren beeinflussen. Um auch am Ende weit oben zu sein, gehört zum Beispiel auch ein Quäntchen Glück dazu. Wir sind aber in der angenehmen Situation, dass wir auf uns selbst schauen können. Mit einem Sieg könnten wir uns vom MSV absetzen. Aber auch danach stehen immer noch sieben Begegnungen auf dem Programm. Die 3. Liga ist so eng, dass auch dann noch alles passieren kann. Wenn wir es schaffen, unsere individuelle Qualität weiterhin für den Teamerfolg einzubringen, können wir bis zum Ende sehr erfolgreich sein.

Wie ist Dein Eindruck vom MSV Duisburg?
Die Mannschaft ist nach dem Aufstieg zu einem Großteil zusammengeblieben. Im Kader sind viele „Kampfschweine“, die sich immer voll reinhauen. In der Winterpause kam durch die Verpflichtungen von Lex-Tyger Lobinger, Aljaz Casar und Dominik Kother auch noch individuelle Qualität dazu. Wir wissen, dass uns ein Top-Spiel bevorsteht.

Was wird von Euch gefragt sein?
Wir müssen die Kulisse und unsere Fans mitnehmen. Es soll vom ersten Moment an sichtbar sein, dass wir unbedingt das Spiel gewinnen wollen und Bock auf das Derby haben. Über die Basics können wir auch unsere Spielstärke einbringen. Dazu gehört auch eine gewisse Lockerheit. Nach den zurückliegenden Ergebnissen können wir mit großer Überzeugung in das Spiel gehen.

Lucas Brumme: Mit großer Überzeugung in das Derby – Rot-Weiss Essen
Lucas Brumme: Mit großer Überzeugung in das Derby – Rot-Weiss Essen

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