Ex-Bundesligist baut langfristig auf Sabrina Wittmann – Rot-Weiss Essen

Cheftrainerin des FC Ingolstadt 04 hat Ausbildung zu DFB Pro-Lizenz abgeschlossen.​

Ex-Bundesligist baut langfristig auf Sabrina Wittmann – Rot-Weiss Essen

Der FC Ingolstadt steht aktuell mit 40 Punkten auf Platz 14. (Foto: FC Ingolstadt)

Nach dem 1. FC Schweinfurt 05 wartet zum Abschluss der Englischen Woche in der 3. Liga gleich der nächste bayerische Ligakonkurrent auf Rot-Weiss Essen: Der FC Ingolstadt 04 stellt sich im Rahmen des 33. Spieltages an diesem Samstag ab 14 Uhr im Stadion an der Hafenstraße vor. Bei den „Schanzern“ steht mit Sabrina Wittmann nicht nur die einzige Cheftrainerin im deutschen Profifußball an der Seitenlinie. In der 3. Liga sind mit Claus-Dieter Wollitz (seit 1. Juli 2021 beim FC Energie Cottbus) und Samir Ferchichi (seit 21. September 2022 beim TSV Havelse) auch nur zwei Chefcoaches noch länger im Amt.

Nach insgesamt zwölf Jahren in der Nachwuchsabteilung des FC Ingolstadt 04 übernahm Sabrina Wittmann im Mai 2024 zunächst interimsweise und ab Juni 2024 dann fest als Cheftrainerin bei den FCI-Profis. Dabei nahm der Verein sogar Strafzahlungen in Kauf, weil die gebürtige Ingolstädterin zu diesem Zeitpunkt noch nicht die notwendige Ausbildung zur DFB Pro-Lizenz absolviert hatte. Das hat sich inzwischen geändert. Im Januar dieses Jahres gehörte die 34-Jährige schließlich zu den 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die den zwölfmonatigen Lehrgang erfolgreich abgeschlossen haben.

Die Zusammenarbeit zwischen dem FC Ingolstadt 04 und Sabrina Wittmann wird auch noch einige Zeit weitergehen: Erst vor wenigen Wochen wurde der zum Saisonende auslaufende Vertrag verlängert. „Sabrina hat als Cheftrainerin nachhaltig unter Beweis gestellt, welche fachliche Qualität und Führungsstärke sie mitbringt“, betont Geschäftsführer Dietmar Beiersdorfer. „Aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit beim FC Ingolstadt 04 bringt sie darüber hinaus eine Identifikation und Verantwortung für unseren Klub mit, die außergewöhnlich sind. Wir sind überzeugt, dass wir mit ihr auch zukünftig die nächsten Entwicklungsschritte gehen werden.“

Sportlich bewegte sich der FC Ingolstadt 04 zumindest zu Jahresbeginn auf dem Niveau eines Spitzenteams. Nach der Winterpause legte der frühere Bundesligist mit drei Siegen in Serie furios los – unter anderem gab es ein 3:0 beim FC Hansa Rostock. Nach zwei Unentschieden gegen den FC Energie Cottbus (0:0) und beim 1. FC Schweinfurt 05 (1:1) sprang gegen den TSV Havelse (3:2) wieder die volle Ausbeute heraus. Mit damals 14 Zählern aus den ersten sechs Begegnungen des neuen Jahres bewegte sich das Wittmann-Team zu diesem Zeitpunkt auf Augenhöhe mit dem aktuellen Tabellenführer VfL Osnabrück (ebenfalls 14 Punkte). Seitdem kamen für die Ingolstädter aber nur noch vier Zähler aus sieben Begegnungen hinzu. Zuletzt mussten die „Schanzer“ am Mittwochabend mit dem 1:2 gegen den FC Viktoria Köln die dritte Niederlage nacheinander hinnehmen.

Von den drei in der Winterpause verpflichteten Neuzugängen hatte Georgios Antzoulas (HJK Helsinki/Finnland) den größten Anteil an der guten Serie zu Jahresbeginn. Der 26-jährige Innenverteidiger sicherte sich auf Anhieb einen Stammplatz. Nur aufgrund einer Oberschenkelverletzung verpasste der Grieche drei Partien. Offensivspieler Emilio Kehrer (Willem II Tilburg/Niederlande, ist ausgeliehen) kam überwiegend als „Joker“ zum Einsatz, während Angreifer Mason Toye (Kansas City/USA) früh von einer langwierigen Knieverletzung außer Gefecht gesetzt wurde.

Die Kaderplanung in der Winter-Transferphase stand dabei nicht mehr in der Verantwortung von Ivo Grlic. Der Vertrag des 50-jährigen Ex-Profis, der seit April 2023 als Sportdirektor tätig

war, lief ursprünglich bis zum Ende der Saison. Die Zusammenarbeit wurde aber schon vorher einvernehmlich beendet. Seine Aufgaben übernahm Dietmar Beiersdorfer.

„Im Rahmen unseres eingeschlagenen Kurses hin zur finanziellen Stabilität müssen wir – wie in allen anderen Bereichen beim FCI – auch im Sport die bestehende Konstellation anpassen“, erklärte der Geschäftsführer. „Vor diesem Hintergrund sind wir zu der Entscheidung gekommen, den Vertrag nicht zu verlängern. Diese Entwicklung haben wir stets offen und transparent miteinander besprochen.“

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Ex-Bundesligist baut langfristig auf Sabrina Wittmann – Rot-Weiss Essen

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