Dickson Abiama: Habe das Fußballspielen neu gelernt – Rot-Weiss Essen

27-jähriger Offensivspieler vor Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue im „kurze fuffzehn“-Interview.

Dickson Abiama: Habe das Fußballspielen neu gelernt – Rot-Weiss Essen

Seit Winter für RWE im Einsatz: Dickson Abiama. (Foto: Markus Endberg)

Er kam, sah und traf: Das Debüt von Dickson Abiama im Trikot von Rot-Weiss Essen hätte kaum besser verlaufen können. Wenige Tage nach seiner Verpflichtung sicherte der 27-jährige Nigerianer mit einem Doppelpack als Einwechselspieler RWE das 3:3 bei Alemannia Aachen. Fünf weitere Einsätze später steht der Leihspieler des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern bei insgesamt drei Treffern und einer Vorlage. Im Interview mit der „kurzen fuffzehn“ spricht Abiama vor dem Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue über seine ersten Wochen an der Hafenstraße und seinen Weg in den Profifußball.

Hallo Dickson! Du warst erst am letzten Tag der Winter-Transferperiode zu RWE gewechselt, wurdest aber auf Anhieb zum „Spieler des Monats“ im Februar gewählt. Was bedeutet Dir das?
Dickson Abiama:
Ich bin froh, dass ich jetzt in Essen bin. Schon so schnell Spieler des Monats geworden sein, ist eine tolle Wertschätzung – aber auch nur eine schöne Nebensache. Im Mittelpunkt steht, dass wir als Team so viele Spiele wie möglich gewinnen. Wenn ich der Mannschaft mit meinen Leistungen helfen kann, freut mich das natürlich.

Wie zufrieden bist Du selbst mit Deinen ersten Wochen?
Das war schon ganz okay, würde ich sagen. Ich weiß aber auch, dass ich noch mehr leisten kann, um dem Team zu helfen. Aber das wird schon noch Schritt für Schritt besser funktionieren.

Dein Karriereweg ist außergewöhnlich. Du bist in Nigeria bei Deinen Großeltern aufgewachsen, im Alter von 17 Jahren haben Dich Deine Eltern, die nach Deutschland ausgewandert waren, nachgeholt. Wie hast Du die Zeit damals erlebt?
Die Zeit in Nigeria hat mich geprägt. Es gab schöne, aber auch weniger gute Momente. In Deutschland bin ich nach der Schule fast immer abends auf den Bolzplatz gegangen. Ich weiß noch, wie überrascht ich an meinem ersten Tag war, dass es bis spät abends noch hell war. In Nigeria war zu dieser Jahreszeit schon zwischen 18 und 19 Uhr die Sonne untergegangen.

Hat der Fußball schon immer eine große Rolle in Deinem Leben gespielt?
Auf jeden Fall. Schon seit ich ganz klein war, habe ich Fußball mit meinen Brüdern und Freunden gespielt. Wir standen eigentlich jeden Tag auf dem Platz.

Ab wann hast Du gemerkt, dass es für Dich in Deutschland bis in den Profibereich gehen könnte?
Den Traum hatte ich schon immer. Als ich nach Deutschland kam, kannte ich die Bundesliga und Klubs wie Bayern München oder Borussia Dortmund, die Ligen darunter allerdings gar nicht. Da ich in den Spielklassen weit unten in der Kreisklasse angefangen habe, war der Weg schwierig. Ich habe mich Stück für Stück hochgearbeitet. Mit dem SC Eltersdorf hatten wir dann mal ein Testspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth, bei dem ich auf mich aufmerksam machen konnte. Danach wurde ich von der SpVgg zu einem Probetraining eingeladen, bei dem ich mich schließlich für einen Vertrag empfohlen habe.

Was war damals die größte Herausforderung?
Meine Kondition war damals schon gut. Vor allem technisch und taktisch habe ich das Fußballspielen aber quasi neu gelernt. Ich hatte in Fürth ein sehr gutes Trainerteam, das viel mit mir gearbeitet hat, damit ich mich an das Niveau anpassen konnte.

Gleich in deinem ersten Profi-Jahr warst Du mit einem Treffer am letzten Spieltag am Aufstieg der SpVgg Greuther Fürth in die Bundesliga maßgeblich beteiligt. War das der bislang schönste Moment Deiner Karriere?
Es war auf jeden Fall ein schönes und emotionales Erlebnis. Es sollen aber noch möglichst viele weitere solcher Momente kommen. Dafür gebe ich jeden Tag alles.

In der Bundesliga hast Du 24 Partien bestritten. Wie hast Du das Niveau erlebt?
Unsere sportliche Situation war schwierig. Als Aufsteiger hatten wir nicht mehr ganz so viele Torchancen wie noch in der 2. Bundesliga. Auch Erfolgserlebnisse gab es nicht mehr so häufig. Dennoch war es eine gute Erfahrung. In der Bundesliga ist zum Beispiel das Spieltempo noch einmal höher.

Du bist nun bis zum Saisonende vom 1. FC Kaiserslautern ausgeliehen. Was erhoffst Du Dir von Deiner Zeit an der Hafenstraße?
Ich will mit dem Team so viele Siege wie möglich holen. Wozu das am Ende reichen wird, werden wir dann sehen. Der Erfolg des Team steht über allem. Dennoch erhoffe ich mir natürlich weiterhin viele Einsatzzeiten.

Wo siehst Du Deine Stärken?
Mich zeichnen mein hohes Tempo und meine Dribblings aus. Auch mein Abschluss ist nicht so schlecht. Ich kann auf allen offensiven Positionen spielen, agiere am liebsten aber über die linke Außenbahn.

Was wird für Euch im Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue wichtig sein?
Dass wir unsere Spielweise durchdrücken. Es muss vom ersten Moment an zu sehen sein, dass wir das Spiel mit aller Macht gewinnen wollen. Dafür muss jeder Einzelne alles raushauen, was in einem steckt.

Dickson Abiama: Habe das Fußballspielen neu gelernt – Rot-Weiss Essen
Dickson Abiama: Habe das Fußballspielen neu gelernt – Rot-Weiss Essen

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