25-jähriger Innenverteidiger vor Heimspiel gegen den SSV Ulm 1846 Fußball im „kurze fuffzehn“-Interview.
Blickt positiv auf das Jahr 2025 zurück: RWE-Innenverteidiger José Enrique Ríos. (Foto: Markus Endberg)
Er ist der Dauerbrenner im Team von Rot-Weiss Essen: José Enrique Ríos Alonso trägt nicht nur bereits seit Juli 2021 das Trikot der Rot-Weissen. Der Innenverteidiger gehört auch ligaweit zu lediglich acht Feldspielern, die in der laufenden Saison 2025/2026 noch keine Spielminute verpasst haben. Im Interview mit der „kurzen fuffzehn“ spricht der 25-Jährige über den Jahresabschluss gegen den SSV Ulm 1846 Fußball.
Hallo, „Ene“! Das Ende der Hinrunde steht bevor. Hat der Jahresabschluss für Dich eine besondere Bedeutung?
José Enrique Ríos Alonso: Wir sind bislang auf einem guten Weg. Das wollen wir auch im letzten Spiel vor der Winterpause – erst recht an der Hafenstraße – unter Beweis stellen. Bei einem Heimsieg hätten wir 34 Punkte auf dem Konto. Wir könnten somit unsere Ausgangslage noch weiter verbessern, um im neuen Jahr voll anzugreifen.
Wie wirst Du in der spielfreien Zeit abschalten?
Mit meiner Frau Vanessa werden wir auf Kap Verde Urlaub machen. Danach hat mich ein sehr guter Freund zu seinem Junggesellenabschied eingeladen. Außerdem werden wir noch für einige Tage in Barcelona sein. Die Winterpause ist in diesem Jahr nicht ganz so lang. Wir versuchen aber, so viel wie möglich mitzunehmen.
Wie blickst Du auf das Jahr 2025 zurück?
Schon die Rückrunde der letzten Saison lief unglaublich gut. Im Jahr 2025 hat kein anderes Team mehr Punkte geholt. Es war aber nicht nur sportlich ein tolles Jahr für mich, sondern auch privat. Meine Hochzeit im Sommer war der schönste Tag meines Lebens. Vanessa und ich sind im nächsten März schon zehn Jahre zusammen und im Juni dann seit einem Jahr verheiratet.
Das Heimspiel gegen Ulm ist zugleich auch der Abschluss der Hinrunde. Wie bewertest Du die erste Saisonhälfte?
Schon jetzt haben wir unsere bislang erfolgreichste erste Saisonhälfte in der 3. Liga gespielt. So viele Punkte haben wir in keiner anderen Hinrunde geholt. Trotz der sehr guten Ausbeute gab es aber auch Spiele, aus denen wir nicht das Maximum mitnehmen konnten. Sowohl in der Offensive als auch in der Defensive können wir uns weiterhin steigern. Daran arbeiten wir kontinuierlich.
Was war Dein persönliches Highlight?
Derbys gegen den MSV Duisburg sind immer ganz besondere Duelle. Mir ist aber auch unser 4:3 beim SV Wehen Wiesbaden noch sehr gut in Erinnerung geblieben. Unter anderem durch ein Tor von mir konnten wir einen zwischenzeitlichen Rückstand zu einem 3:1 drehen. Zwar stand es kurz vor Schluss wieder 3:3, wir konnten das Spiel in der Nachspielzeit aber doch noch für uns entscheiden.
Gab es einen Moment, auf den Du gerne verzichtet hättest?
Das 1:6 beim SV Waldhof Mannheim war ein Spiel, bei dem wirklich alles gegen uns gelaufen ist. Auch für mich lief es mit quasi zwei Eigentoren unglücklich. So ausgeglichen wie die 3. Liga ist, können solche Ergebnisse an schlechten Tagen passieren. Wichtig war, dass wir uns gut davon erholt haben und schnell wieder in der Spur waren. Das Aus im Niederrheinpokal bei Rot-Weiß Oberhausen war natürlich auch bitter. Wir haben aber noch die Möglichkeit, uns mit einer Platzierung unter den vier besten Teams für den DFB-Pokal zu qualifizieren. Darauf liegt der volle Fokus.
Du bist einer von nur acht Feldspielern, die in der Hinrunde der 3. Liga bislang keine Minute verpasst haben. Was bedeutet Dir das?
Zu diesem Kreis zu gehören, ist schon etwas Besonderes. Ich sehe das vor allem als Zeichen dafür, dass mir das Trainerteam und die Mannschaft vertrauen. Ich fühle mich geehrt, dass ich – auch in verschiedenen Spielsystemen – keine Minute verpasst habe. Schließlich haben wir in der Mannschaft sehr viel Qualität.
Wieviel Arbeit steckt dahinter, um immer einsatzfähig zu sein?
Ich bin glücklicherweise ein Spieler, der bisher wenig mit Verletzungsproblemen zu tun hatte. Von daher hatte ich bis hierhin auch immer ein wenig Glück. Der Trainer bereitet uns Woche für Woche intensiv auf die Begegnungen am Wochenende vor, das hilft jedem von uns sehr. Wenn ich merke, dass bei mir körperlich etwas fehlt, dann versuche ich, daran gezielt zu arbeiten. Spezielles Training mache ich dafür allerdings nicht.
Wie ist Dein Eindruck vom SSV Ulm 1846 Fußball?
Wir dürfen den SSV auf keinen Fall unterschätzen, auch wenn Ulm aktuell nicht gut dasteht. Die Umstellung von der 2. Bundesliga auf die 3. Liga ist immer groß. Sie haben außerdem noch extremes Verletzungspech. Leider hat es dabei auch Dominik Martinovic getroffen. Nach dem Trainerwechsel haben sie ihr Spiel auch nochmal verändert. Darauf sind wir aber gut vorbereitet. Wir wollen das letzte Spiel in diesem Jahr zu Hause gewinnen, um auch unseren Fans noch einmal etwas zu bieten, oben dranzubleiben und mit einem guten Gefühl in die kurze Winterpause zu gehen.
Was wird für Euch wichtig sein?
Wir müssen körperlich dagegenhalten und unsere Stärken ausspielen. Ich denke, wir haben bisher in der Saison gezeigt, dass wir die Qualität haben, gegen jede Mannschaft etwas mitnehmen zu können. Wenn wir unser Spiel auf den Platz bekommen, dann wird es für jeden Gegner schwer. Das wird auch das Ziel für Samstag sein.


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