Grünes Licht für den Ausbau der Hafenstraße. Am Mittwoch stimmte der Rat der Stadt Essen der Umsetzung zu – trotz der Mehrkosten von 6,8 Millionen Euro.
Im Herbst rollen an der Hafenstraße die Bagger an. Dann beginnt der Ausbau des Stadions, dessen Kapazität schrittweise von derzeit 21.000 auf künftig 27.000 Plätze erhöht wird. Bis zur endgültigen Entscheidung war es jedoch ein Krimi. Die ursprünglich auf 27 Millionen Euro geschätzten Kosten erwiesen sich als deutlich zu niedrig. Wie die "WAZ" berichtete, belaufen sich die Gesamtkosten nun auf 33,8 Millionen Euro – ein Plus von 6,8 Millionen Euro beziehungsweise rund 25 Prozent.
Doch nicht nur die Mehrkosten standen zur Debatte. Auch der Pachtvertrag für den Fall eines möglichen Aufstiegs in die 2. Bundesliga, den Rot-Weiss Essen mittel- und langfristig anstrebt, musste neu geregelt werden. In beiden Punkten konnte eine Einigung erzielt werden.
RWE-Vorstandsvorsitzender Marc-Nicolai Pfeifer sprach auf der Pressekonferenz am Donnerstag von einem "besonderen Tag – nicht nur für Rot-Weiss Essen, sondern auch für unsere Stadt". Die vergangenen Monate seien von "intensiven und anspruchsvollen Gesprächen und Verhandlungen" geprägt gewesen. "Jede Seite hatte ihre Interessen zu vertreten – immer respektvoll, immer lösungsorientiert und immer mit dem gemeinsamen Ziel, eine tragfähige Lösung zu finden. Für dieses partnerschaftliche Miteinander möchte ich mich ausdrücklich bedanken."
Für Pfeifer ist der Stadionausbau ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Vereins: "Unsere Vision ist klar: Wir wollen Rot-Weiss Essen dauerhaft dort etablieren, wo das Potenzial unseres Vereins liegt. Dabei denken wir nicht nur von Saison zu Saison oder in Jahreszyklen, sondern wollen nachhaltig wachsen."
Auch Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen verteidigte die Investition trotz der gestiegenen Kosten. "Der Ausbau des Stadions ist eine Investition der Stadt Essen in eine moderne Sportinfrastruktur. Rot-Weiss Essen erhält dadurch die Voraussetzung, sich sportlich und wirtschaftlich nachhaltig weiterzuentwickeln. Und das ist im Interesse der Stadt Essen. Ich sage das ganz klar: Auch der Aufstieg von Rot-Weiss Essen liegt im Interesse der Stadt."
Kufen denkt dabei jedoch über den Vereinsfußball hinaus. "Mit Blick auf die Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele ist ein ausgebautes Stadion ebenfalls ein wichtiger Baustein. Außerdem schafft es die Voraussetzungen, künftig weitere internationale Spiele – etwa Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft – nach Essen zu holen."
Beim Pachtvertrag waren die Rahmenbedingungen für die 3. Liga eklärt. Für den Fall eines Aufstiegs bestand jedoch noch Nachbesserungsbedarf. Mit dem ursprünglich noch unter Ex-Vorstand Marcus Uhlig ausgehandelten Vertragswerk habe man "nicht weiterarbeiten können", erklärte GVE-Geschäftsführer Dirk Miklikowski.
Nun sei eine Lösung gefunden worden, "die Chancen und Risiken in einem ausgewogenen Verhältnis berücksichtigt. Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden – ebenso mit der Art und Weise, wie die Verhandlungen geführt wurden." Fest steht allerdings auch: Je erfolgreicher Rot-Weiss Essen sportlich ist, desto höher können künftig die Pachtzahlungen ausfallen.