Die Drittliga-Saison 2026/27 ist offiziell eröffnet. Eines ist schon jetzt klar: Den einen großen Favoriten auf den Aufstieg wird es nicht geben. Mit Hansa Rostock und dem SV Wehen Wiesbaden haben sich jedoch bereits zwei Teams klar positioniert. Sie wollen hoch – ähnlich dürfte die Zielsetzung bei Fortuna Düsseldorf und Rot-Weiss Essen aussehen. Nach Platz drei in der vergangenen Saison lässt sich dort kaum etwas anderes vermitteln. Auch der MSV Duisburg will angreifen, die bisherigen Transfers senden ein deutliches Signal.
Hinzu kommen Preußen Münster und Alemannia Aachen, die ebenfalls ambitionierte Ziele verfolgen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob Aachen auch ohne Lars Gindorf den Schwung der vergangenen Spielzeit mitnehmen kann. In Münster wiederum fällt der Umbruch nach dem Abstieg groß aus, weshalb noch einige Fragezeichen bleiben.
Fest steht: Absteiger wie Düsseldorf oder Münster stehen vor ganz anderen Herausforderungen als etwa Rostock oder Wehen. Auch in Essen ist der Umbruch erheblich, nachdem vieles auf die 2. Bundesliga ausgerichtet war. Nun verändert sich dort einiges.
Auffällig ist bislang, dass Rot-Weiss Essen vor allem auf entwicklungsfähige Spieler setzt, während der MSV Duisburg gezielt in Qualität für die Spitze investiert hat. Insbesondere Max Besuschkow (FC Ingolstadt) und Frederik Christensen (Brommapojkarna) dürften die „Zebras“ entscheidend verstärken. Besuschkow galt vor einigen Jahren sogar als Kandidat für Bundesligisten, Christensen (VfL Osnabrück) war Stammspieler in der mit Abstand besten Defensive der 3. Liga in der vergangenen Saison.
Deutlichere Ausrufezeichen kann man kaum setzen. Das gilt auch für den SV Wehen Wiesbaden, der bislang zwar erst drei Spieler verpflichtet hat, diese Verpflichtungen aber umso mehr Gewicht besitzen. Max Brandt (SSV Ulm), Sinan Karweina (FC Luzern) und Philipp Hercher (1. FC Magdeburg) verdeutlichen die Ambitionen der Hessen. Auch Hansa Rostock hat in den vergangenen Tagen noch einmal nachgelegt. Mit Rechtsverteidiger Florian Bohnert (SC Bastia) wurde ein erstes Zeichen gesetzt, das zweite folgte mit der Verpflichtung von Kreativspieler Leon Dajaku (SSV Ulm).
Fest steht: Die Vorfreude auf eine packende Drittliga-Saison ist groß. Viele Mannschaften streben den Aufstieg an, gleichzeitig gibt es noch zahlreiche Baustellen zu schließen. Doch zuletzt wurde vielerorts nicht gekleckert, sondern geklotzt. Und auch jene Teams, die aktuell noch nicht im Fokus stehen, werden ihre Rolle spielen. Fast jedes Jahr gibt es eine Mannschaft, die positiv überrascht. Zuletzt war dies häufig der SC Verl – vielleicht gelingt es den Ostwestfalen erneut, einem großen Umbruch zu trotzen.
Rot-Weiss Essen
MSV Duisburg
Fortuna Düsseldorf
Preußen Münster
Hansa Rostock
Alemannia Aachen
Wehen Wiesbaden