Der Schweizer Erstligist Grasshopper Club Zürich hat den bis 2028 laufenden Vertrag des 29-jährigen Sven Köhler aufgelöst. Damit ist der Defensiv-Allrounder ablösefrei auf dem Markt – und weckt auch in Deutschland großes Interesse. Wie diese Redaktion erfuhr, haben sich sowohl Fortuna Düsseldorf als auch Rot-Weiss Essen nach Köhler erkundigt. Düsseldorfs Sportdirektor Samir Arabi sowie RWE-Direktor Profifußball Marcus Steegmann nahmen Kontakt zum Berater des defensiven Mittelfeldspielers auf. Beide Traditionsvereine hätten den erfahrenen Defensivmann gerne verpflichtet.
Doch ein Wechsel in die 3. Liga wird nach aktuellem Stand nicht zustande kommen. „Zu diesem Zeitpunkt schließen wir die 3. Liga aus“, erklärt Köhlers Berater Maximilian Zimmer auf Nachfrage. Laut Informationen dieser Redaktion lagen dem gebürtigen Warsteiner zuletzt sogar zwei unterschriftsreife Angebote aus der polnischen Ekstraklasa von Jagiellonia Bialystok und Motor Lublin vor. Doch auch diese Offerten lehnte Köhler ab. Der Grund: Der 29-Jährige befindet sich nach unseren Informationen in intensiven Gesprächen mit einem Verein aus der 2. Bundesliga.
Köhlers Abschied aus Zürich kommt nicht überraschend. Erst im Februar war er für rund 300.000 Euro von Eintracht Braunschweig zum Schweizer Rekordmeister gewechselt. Dort absolvierte er 15 Pflichtspiele und führte die Grasshoppers im entscheidenden Barrage-Rückspiel gegen den FC Aarau als Kapitän zum Klassenerhalt in der Super League. Nach dem Besitzerwechsel bei den Grasshoppers und der Neuausrichtung des Vereins war jedoch klar, dass der Kader deutlich verändert werden soll. Köhler zählt nun zu den ersten prominenten Abgängen.
Der flexibel einsetzbare Defensivspieler - 83 Drittligaspiele und 69 Partien in der 2. Bundesliga - kann sowohl im defensiven Mittelfeld als auch in der Innenverteidigung auflaufen. Ausgebildet wurde er in den Nachwuchsleistungszentren des VfL Bochum, des FC Schalke 04 und von Borussia Dortmund. Im Seniorenbereich spielte Köhler zunächst für den SV Lippstadt, ehe er über den VfL Osnabrück und Eintracht Braunschweig den Sprung in den Profifußball schaffte. Nun deutet vieles auf eine Rückkehr nach Deutschland hin. Trotz konkreter Anfragen aus der 3. Liga und dem Ausland zieht es Köhler aller Voraussicht nach in die 2. Bundesliga. Fortuna Düsseldorf und Rot-Weiss Essen müssen sich damit wohl anderweitig nach einer Verstärkung für ihre Defensive umsehen.