Taz-tastrophe in Verl – RWE kassiert Prügel in Verl
Rot-Weiss Essen erlebt beim SC Verl einen rabenschwarzen Abend und kassiert eine herbe 0:3-Niederlage. Die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat war den spielfreudigen Ostwestfalen in nahezu allen Bereichen unterlegen und findet sich nach dem 30. Spieltag wieder im Tabellenkeller der 3. Liga.
Spielverlauf
Schon früh zeichnete sich ab, dass es für die Essener kein leichter Abend werden würde. Verl übernahm sofort die Kontrolle, dominierte Ball und Gegner. Bereits nach 24 Minuten brachte Berkan Taz die Gastgeber in Führung – in einer Szene, die für reichlich Diskussion sorgte: Klaus Gjasula wurde vor dem Treffer von Schiedsrichterin Fabienne Michel unglücklich behindert. Statt Freistoß gab’s Gelb für Protest – seine fünfte, was eine Sperre fürs kommende Spiel bedeutet.
Nur zehn Minuten später erhöhte erneut Taz mit einem abgefälschten Schuss nach kurzer Ecke auf 2:0. RWE fand in der ersten Hälfte kaum statt – keine einzige Torchance, rund 70 % Ballbesitz für Verl sprechen Bände.
In der Halbzeit versuchte Koschinat mit einem Systemwechsel (Dreierkette) und den Einwechslungen von Müsel und Mizuta Impulse zu setzen. Doch auch in Hälfte zwei blieb Essen zu harmlos, obwohl der Wille spürbar war. Die Entscheidung fiel in der 65. Minute: Timur Gayret nutzte einen abgewehrten Ball im Anschluss an eine Ecke und stellte aus 18 Metern auf 3:0 – Essens Torwart Golz sah dabei nicht gut aus.
Stimmen & Stimmung
Die rund 2.000 mitgereisten RWE-Fans zeigten sich trotz des ernüchternden Spiels lautstark – nicht immer fair: In Richtung der Schiedsrichterin gab es vereinzelt unschöne Gesänge, die die ohnehin aufgeheizte Stimmung nicht gerade entschärften.
Koschinat hatte bereits vor dem Spiel gewarnt: „Verl ist eine der stärksten Ballbesitz-Mannschaften der Liga.“ Seine Befürchtungen bestätigten sich deutlich. Besonders bitter: Gjasula fehlt gesperrt im nächsten wichtigen Spiel gegen Hansa Rostock
Rot-Weiss Essen verliert nicht nur drei Punkte, sondern auch weiter an Selbstvertrauen im Abstiegskampf. Die Leistung war über 90 Minuten erschreckend schwach. Ohne klare Torchancen, ohne Zugriff im Mittelfeld und mit defensiven Unsicherheiten war an einen Punktgewinn in Verl nicht zu denken.
Am kommenden Wochenende wartet mit Hansa Rostock der nächste schwere Gegner – dann ohne den gesperrten Gjasula. Es braucht dringend eine Reaktion, sonst droht ein bitteres Saisonfinale.